Noch bis zum 21. September ist im Konstanzer Konzilgebäude die Große Landesausstellung „Das Konstanzer Konzil. Weltereignis des Mittelalters 1414 –1418“ zu sehen. Die Schau, die das Konzil als bis heute nachwirkendes mittelalterliches Gipfeltreffen präsentiert, wurde vom Badischen Landesmuseum in Karlsruhe erarbeitet und gestaltet. Das Geschichtsmagazin DAMALS ist Kooperationspartner der Ausstellung.
Ulrich Richental tritt in seinen Aufzeichnungen auch selbst als Akteur auf, etwa als er König Sigismund ins Haus der Familie einlud. Richentals Vater Johannes war Stadtschreiber. Ursprünglich stammte die Familie aus dem Ort Richental im Schweizer Kanton Luzern. Der Sohn dürfte sich einiges beim Vater abgeschaut haben. Ulrich war juristisch ausgebildet und konnte Latein. Ein öffentliches Amt wie sein Vater bekleidete er nicht, stattdessen betätigte er sich als Kaufmann. Aufträge kamen auch aus dem Umfeld des Konzils.
Als Chronist war Ulrich Richental freischaffend tätig. Er war immer nah am Puls des Geschehens. Seine Informationen erhielt er nach eigenen Angaben „aigentlich von huß ze hus“. Eine ziemliche Untertreibung, denn er scheint sehr eng in das Netzwerk des Konzils eingebunden gewesen zu sein.
Zwischen 1420 und 1430 fasste Richental seine Notizen zusammen. Eine „Urchronik“ blieb aus dieser Zeit nicht erhalten. Es könnte auch von Beginn an mehrere Versionen gegeben haben. Von den heute noch erhaltenen 16 Abschriften, deren Texte teilweise voneinander abweichen, wurden die frühesten zwischen 1460 und 1470 angefertigt. Die reichbebilderte Konstanzer Handschrift, die um 1464/65 entstand, wird heute im Rosgartenmuseum in Konstanz aufbewahrt.





