Er untersucht, wie die beiden Hauptstädte in den zeitgenössischen Medien und im öffentlichen Diskurs miteinander verglichen wurden, und zeichnet nach, welche Vorstellungen, Zuschreibungen und Illusionen die Menschen mit ihnen verbanden. Zugleich setzt er sich mit dem komplexen Spiel von Klischee und Wirklichkeit auseinander. Das Ergebnis ist eine interessante kulturelle Verflechtungs- und Beziehungsgeschichte. Wietschorke kommt darin zu dem Schluss, dass die Menschen selbst es sind, die die Unterschiede zwischen den Städten prägen, indem sie ihre eigenen Geschichten und Erzählungen erschaffen, während sie durch das „Magnetfeld“ dieser Städte navigieren und dabei kulturelle Unterschiede erfahren und aushandeln.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Jens Wietschorke
Wien – Berlin
Wo die Moderne erfunden wurde
Philipp Reclam jun. Verlag, Ditzingen 2023, 345 Seiten, € 26,–





