Mehr als 700 Fundplätze analysierte Blöck im Rahmen seiner Forschung, wann und mit welchen Siedlungsformen die Römer das rechte Rheinufer vom Nordrand des Kaiserstuhls bis zur Mündung der Alb in den Hochrhein erschlossen hatten. Er recherchierte im Ortsaktenarchiv der Freiburger Denkmalpflege, begutachtete einige Plätze am Ort und wertete digitale Geländemodelle aus, die mittels Aufnahmen aus der Luft erstellt worden waren. So konnte er die Besiedlungsgeschichte ab Beginn der christlichen Zeitrechnung bis zum 5. Jahrhundert rekonstruieren.
Das südliche Gebiet besiedelten die Römer ab ca. 20 n. Chr. Grundrisse und Anordnung der Gebäude deuten darauf hin, dass die meisten Siedler romanisierte Kelten waren, die aus Gallien eingewandert sind. Neben einfacheren bäuerlichen Gehöften ließen sich große, hierarchisch strukturierte Gutsbetriebe nachweisen, die Landsitze von romanisierten spätkeltischen Eliten waren. Daraus schloss Blöck, dass neben einer einfachen bäuerlichen Bevölkerung auch Mitglieder der gallo-römischen Elite an der frühen Kolonialisierungsphase teilnahmen.
Etwa ein halbes Jahrhundert nach der Besiedlung des südlichen Gebiets erschlossen die Römer die Freiburger Bucht und den Kaiserstuhl. Bis in die Zeit um 200 n. Chr. gab es einen Landesausbau, im ersten Drittel des 3. Jahrhunderts setzte allerdings ein Niedergang ein, der bis zum Ende des 3. Jahrhunderts andauern sollte. Dies zeigt sich in der Verkleinerung oder gänzlichen Aufgabe von dorfartigen Ansiedlungen und Gutshöfen. Während der Regierungszeit des Kaisers Diokletian (284-305) wurde eine neue Grenzzone zwischen Rhein und Donau eingerichtete, das Gebiet lag nun außerhalb des eigentlichen Römischen Reichs und die verbliebene Bevölkerung räumte das Land.
Unter Kaiser Valentinian, der von 364 bis 375 regierte, wurde die Grenzzone am Rhein nochmals ausgebaut. Da sich gleichzeitig neue Höhen- und Flachlandsiedlungen, die von Germanen bewohnt wurden, entwickelten, lässt sich vermuten, dass die Germanen von den Römern gezielt angesiedelt wurden. Diese neuen Strukturen hielten sich bis die römische Grenzzone am Rhein in der Mitte des 5. Jahrhunderts aufgelöst wurde.





