Ein wichtiges Stück römischer Geschichte des Rheinlandes für die Bevölkerung und Touristen dauerhaft erlebbar und “erfahrbar” zu machen – dieses Ziel hat das Millionenprojekt der Regionale 2010 “Erlebnisraum Römerstraße”. Mit 6,1 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Förderrichtlinie für Stadterneuerung NRW 2008 sollen die beiden von Köln ausgehenden römischen Staatsstraßen nach Trier/Lyon (Agrippa-Straße) und Boulogne-sur-mer (Via Belgica) in Abschnitten präsentiert und touristisch erschlossen werden. Einen Eigenanteil von insgesamt 1,5 Millionen Euro leisten die beteiligten Kommunen Köln, Hürth, Erftstadt, Zülpich, Mechernich, Bad Münstereifel, Nettersheim, Kall, Blankenheim, Dahlem, Bergheim, Elsdorf, Niederzier, Jülich, Aldenhoven, Baesweiler, Herzogenrath und Übach-Palenberg. Somit verfügt das Projekt über ein Finanzvolumen von insgesamt 7,6 Millionen Euro. Die Koordinierung des Projektes mit 18 beteiligten Kommunen hat das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland übernommen. Den Startschuss für die im Frühjahr beginnende Umsetzung gab heute die Regionale 2010 mit der Auftaktveranstaltung im Römisch-Gemanischen Museum der Stadt Köln. Ungefähr 100.000 Kilometer Fernstraßen vernetzten das römische Weltreich, ermöglichten eine effiziente Verwaltung des Staates sowie schnelle militärische Bewegungen und bildeten die Voraussetzung für den Austausch von Waren, Nachrichten und Ideen. Sie erschlossen, verknüpften und schufen Entwicklungsachsen – waren doch Straßen die pulsierenden Lebensadern des römischen Imperiums. Entlang dieser Straßen entstanden nach und nach Städte, Dörfer, Landgüter, Herbergen, Heiligtümer und vieles mehr. Das meiste davon ist heute im Rheinland nicht mehr sichtbar, doch die Überreste liegen verborgen im Boden. Ziel des Projekts ist es, die ehemaligen römischen Staatsstraßen im Rheinland – die Straßen Köln-Trier und Köln-Boulogne-sur-mer und in einigen Jahren auch die Limesstraße entlang des linken Rheinufers – im Gelände wieder “erfahrbar” zu machen: Der Landschaft und den Menschen der Region soll so ein Stück ihrer Jahrhunderte alten Die konkreten Maßnahmen des “Erlebnisraums Römerstraße” in den Jahren 2011 bis 2013 stehen im Wesentlichen fest: Im Bereich der Agrippastraße werden 90 Kilometer, entlang der Via Belgica rund 70 Kilometer als Radweg ausgewiesen. Wo es geländebedingt möglich ist, verläuft der Radweg künftig unmittelbar neben der antiken Straße. Der Verlauf der Römerstraßen wird dort, wo er nicht erkennbar ist, durch Bäume gekennzeichnet. Sie werden eine große Banderole mit der Aufschrift “VIA” tragen. An zahlreichen Stellen sollen die im Boden befindlichen Überreste der historischen Straßen anschaulich hergerichtet werden. 120 Informationstafeln an der Trasse enthalten populäre, wissenschaftlich fundierte Informationen zu Verlauf und Aufbau und zu den archäologischen Denkmälern an der Straße. Außerdem wird auch auf Denkmäler unterschiedlicher Epochen in der Umgebung hingewiesen, die einen Abstecher lohnen. Die Römerstraße dient somit ein zweites Mal in ihrer über 2000-jährigen Geschichte der Erschließung der Landschaft.





