Anlässlich der Rückgabe der sieben Objekte aus Ton, Obsidian, Feuerstein und Jadeit wollen die Vertreter des Museums sowie der Archäologiebehörde in Puglia über die verheerenden Auswirkungen des Handels mit archäologischen Funden zweifelhafter Herkunft, dem finanziellen Anreiz und Motor für Raubgrabungen und die dadurch bewirkte Zerstörung archäologischer Stätten informieren. Gerade die Konflikte in Syrien und dem Irak haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass einzigartige historische Stätten geplündert und zerstört wurden.
Die Bedeutung des nun aus Mainz in seine Heimat Italien zurückkehrenden Grabfundes resultiert vor allem aus dem spektakulären Jadeit-Beil, mit dem sich der Grabinhaber als herausragende Persönlichkeit seiner Zeit zu erkennen gibt. Rund 200 solcher jungsteinzeitlicher Beile aus dem grünlich schimmernden Mineral sind bis heute in Europa gefunden worden, darunter in Nordfrankreich, Großbritannien und Irland, Belgien, Mittel- und Norddeutschland und sogar Dänemark.
Die Jadeit-Beile zeugen von einem regen kulturellen Austausch zur damaligen Zeit, denn abgebaut wurde das Mineral vermutlich vorwiegend im Gebiet des heutigen Italien. Das belegen Spuren steinzeitlichen Bergbaus am Monte Viso im Piemont und am Monte Beigua in Ligurien. Sie zeigen auch, dass die Menschen der um die Jadeitvorkommen ansässigen Bocca-Quadrata-Kultur (VBQ) das Feuer zu Hilfe nahmen, um das harte und zähe Jadeit aus dem Berg zu lösen: Sie erhitzten Blöcke des Jadeits und brachten sie dadurch zum Zerspringen. Noch vor Ort wurden die meisten Rohlinge weiter verarbeitet und dann ins Tal gebracht.
Das bisher in Mainz am Römisch-Germanischen Zentralmuseum aufbewahrte Beil kehrt nun zusammen mit einer Klinge aus Obsidian, einer Feuersteinklinge und drei Tongefäßen in sein Ursprungsland zurück. Alle Objekte stammen aus einem jungsteinzeitlichen Steinkistengrab, in dem auch drei Skelette lagen, wie das Museum mitteilt.





