In seinem archäologischen Führer lenkt Holger Dietrich seinen Fokus auf die Städte Köln, Mainz und Trier, behandelt aber auch den Limes im Ostalbkreis. Da die in der Monographie vorgestellten Städte seit ihrer Gründung eine herausragende Stellung hatten, waren sie für die Beherbergung eines Kaisers prädestiniert, wodurch sie nicht nur zu Verwaltungsmittelpunkten, sondern auch zu Schauplätzen weitreichender politischer Ereignisse wurden. Dietrich bezieht sich hierbei insbesondere auf die Zeit des Augustus und seines Nachfolgers Tiberius, der lange Zeiträume seiner politischen Karriere in Germanien verbrachte.
Nach einem kurzen Abriss zur antiken Geschichte der jeweiligen Stadt werden die noch im Stadtbild erhaltenen römischen Monumente vorgestellt, sodass dem Leser ein Rundgang mit archäologischer Spurensuche in der jeweiligen Stadt ermöglicht wird. Das Gebiet um Mainz spielte für die römischen Legionen eine wichtige Rolle als Sammelpunkt und Aufmarschbasis. Der Name des Stadtteils Kästrich, der sich vom lateinischen Wort für ein Militärlager, castra, ableitet, erinnert noch heute daran. Funde von römischen Schiffen in der heutigen Mainzer Innenstadt in der Nähe des Geländes „Am Brand“ lassen den Schluss zu, dass sich dort der antike Kriegshafen befand. Die ausgegrabenen Überreste der antiken Flotte sind heute im Museum für antike Schifffahrt ausgestellt. Im Vergleich wird deutlich: In Mainz gibt es zahlreiche Überreste aus der Römerzeit, während die Kaiser in Köln in ihrer kurzen Präsenz nur wenige bauliche Spuren hinterlassen haben. Im Gegensatz dazu wurde Trier aufgrund seiner geschützten Lage zur Residenzstadt, was das gesamte Stadtbild heute noch prägt. Abgerundet wird die Darstellung mit Hinweisen auf Internetseiten und/ oder Museen, die sich näher mit der jeweiligen Stadtgeschichte und -archäologie befassen.
Rezension: Helena Gußen





