Die beiden Sammlungen decken zeitlich eine Spanne vom späten 5. Jahrtausend v. Chr. bis in das islamische Mittelalter und räumlich nahezu sämtliche Kulturlandschaften des Iran ab: vom fruchtbaren, feuchten Schwemmland bis zur toten Salzwüste, von Landstrichen unterhalb des Meeresspiegels bis zu Hochgebirgen mit über 5000 Meter hohen Bergriesen. Urartäer, Assyrer, Sumerer, Meder, Perser, Parther, Sassaniden lebten in diesem Raum. Die Zeugnisse dieser orientalischen Kulturen können nun in den Kunstsammlungen den Meisterwerken aus den griechischen und römischen Zentren der antiken Welt gegenüber gestellt werden. Dabei zeigen sich Gemeinsamkeiten und wechselseitige Beeinflussungen ebenso deutlich wie Unterschiede und Eigenes.
Zur Sammlung Gutermuth gehören neben einigen charakteristischen Bronzefunden vor allem Keramikgefäße unterschiedlichster Form, die in der ersten Hälfte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts von Dr. Paul-Georg Gutermuth im Iran erworben wurden. Sie werden nach geografischen und chronologischen Kriterien geordnet ausgestellt.
Die Sammlung Beitz wurde in den sechziger Jahren von Prof. Dr. Carl Hundhausen zusammengetragen. Der Sammler konzentrierte sich ausschließlich auf so genannte Luristan-Bronzen. Diese Denkmälergattung, zu der neben Grabbeigaben wie Waffen, Zaumzeug oder Schmucknadeln auch Weihegaben und Kultgeräte gehören, wird nach ihrem Hauptvorkommens- und -fundgebiet, der westpersischen Provinz Luristan zwischen Elburs- und Zagrosgebirge, benannt. Berthold Beitz hat die Sammlung in den siebziger Jahren von Carl Hundhausen erworben und sogleich dem Museum Folkwang in Essen als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, wo sie bis zum Sommer 2012 aufbewahrt wurde.





