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Sak-Bahlán: Stadt der letzten Maya-Rebellen gefunden
Geschichte & Archäologie

Sak-Bahlán: Stadt der letzten Maya-Rebellen gefunden

In Mexiko haben Archäologen die lange gesuchte, vom Dschungel überwucherte Maya-Stadt „Sak-Bahlán“ wiedergefunden. Dort lebten bis vor rund 300 Jahren die letzten Maya-Widerständler, bevor sie von den Spaniern vertrieben wurden. Gefunden haben die Forschenden das „Land des weißen Jaguars“, nachdem sie historischen…
Autor
Claudia Krapp
07. August 2025
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Als die Spanier nach Amerika kamen, unterwarfen sie die dort lebenden Ureinwohner, darunter den letzten Stamm der Maya-Hochkultur in Mexiko: die Lacandon-Ch’olti’. Ihre eigentliche Hauptstadt Lacam-Tún („Großer Felsen“) wurde bereits 1586 von den Konquistadoren eingenommen. Danach bewahrten diese Maya-Rebellen jedoch noch 110 Jahre lang ihre Unabhängigkeit. Als ihre Hochburg und letzte Bastion aus dieser Zeit gilt die Stadt Sak-Bahlán („Land des weißen Jaguars“), die deutlich tiefer im Regenwald verborgen lag. 1695 entdeckte der spanische Mönch Pedro de la Concepción diese schließlich, eroberte sie und nannte sie in Nuestra Señora de los Dolores um. Die Indigenen wurden gewaltsam vertrieben. Wegen grassierender Krankheiten wurde der Ort 1721 dann auch von den Spaniern verlassen und vom Dschungel verschlungen. Sein Standort geriet in Vergessenheit.

Foto zeigt einige der Archäologen am Flussufer bei einer Exkursion
An dem Projekt waren Archäologen aus den USA, Japan und Mexiko beteiligt. © Josuhé Lozada, CINAH Chiapas

Auf Spurensuche in alten Dokumenten

Jetzt, gut drei Jahrhunderte später, haben Archäologen den Standort dieser verborgenen Maya-Stadt wiedergefunden. Die Forschenden um Josuhé Lozada Toledo vom Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) in Mexiko-Stadt haben dafür historische Dokumente spanischer Missionare und Chronisten über die Eroberung Sak-Bahláns ausgewertet, die Hinweise auf dessen Lage enthalten. Zudem unternahmen sie mehrere Expeditionen, suchten nach den genannten Orten und erstellten mit Hilfe von satellitengestützten geographischen Informationssystemen (GIS) ein Computermodell, um den Standort der Siedlung vorherzusagen. Dort gruben sie dann nach Spuren der einstigen Maya-Stadt.

Foto zeigt Steine im Regenwald
Die Archäologen führten zwei Exkursionen im Lacandon-Regenwald durch, um die Stätte zu kartieren und nach Spuren menschlichen Lebens zu suchen. © Josuhé Lozada, CINAH Chiapas

Den Texten zufolge befand sich die Rebellen-Enklave in einer Ebene, die von der Biegung des Flusses Lacantún umgeben war – eine strategisch günstige Lage, um nicht von den Spaniern eingenommen zu werden. Zudem brauchten spanische Soldaten damals vier Tage, um von Sak-Bahlán zu diesem Fluss zu wandern. „Sie segelten dann zwei Tage lang und erreichten El encuentro de Cristo, wo der Nebenfluss in den Pasión mündet. Dort verließen sie ihre Kanus, um zum Petén Itzá-See in Guatemala zu wandern“, berichtet Lozada Toledo. Unter Berücksichtigung dessen, wie das Territorium damals aussah und wie schnell die Soldaten darin vorankamen, berechnete das Team aus diesen Hinweisen den Verlauf der Reise und die ungefähre Lage des Aufbruchsortes Sak-Bahlán.

„Land des weißen Jaguars“ wiedergefunden

Das Modell sagte voraus, dass die verlorene Maya-Stadt im Biosphärenreservat Montes Azules in der Nähe der Flüsse Jataté und Ixcán liegt – in einem Gebiet im heute zu Mexiko gehörenden Chiapas. Dort bohrten die Archäologen und nahmen Bodenproben, um Hinweise auf eine Besiedlung zu finden. „Es war die schwerste Exkursion, die ich in meinem Leben gemacht habe, aber schließlich fanden wir die archäologischen Beweise, genau an der Stelle, die ich markiert hatte“, berichtet Lozada Toledo. Drei Jahrhunderte nach seiner Eroberung ist Sak-Bahlán nun wieder auf der Landkarte eingezeichnet.

Quelle: Nationales Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH)

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