Zu den wirklichen Kostbarkeiten der Sammlung Greiz (Sommerpalais im Greizer Park, 07973 Greiz, Tel. 03661/705 819) gehören rund 1000 Schabkunstblätter des 18. Jahrhunderts. Bei dieser Tiefdrucktechnik wird die Kupferplatte mit Schabeisen bearbeitet. So können auch Pastelltöne erzeugt werden.
Den Kern der in Windsor angelegten Sammlung, die durch Erbschaft von der Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg an ihre Nichte Caroline Reuß ältere Linie nach Greiz gelangt sind, bilden 664 Blätter, die nach Bildnissen des englischen Portraitmalers Joshua Reynolds (1723-1793) geschabt (teilweise auch gestochen) wurden. Die Blätter stammen von Hauptmeistern der englischen Schabkunst wie John McArdell, Edward Fisher, Valentine Green, John Raphael Smith, James Watson oder John Faber jun.
Der Wert der Schabkunstsammlung liegt nicht allein in der künstlerischen Qualität, sondern auch in ihrer historischen Bedeutung. Es handelt sich um eine bedeutende zeitgenössische Portraitsammlung, in der neben historischen Persönlichkeiten eine Galerie der Londoner Gesellschaft der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dargestellt ist. In der Ausstellung werden Persönlichkeiten des englischen Adels, hohe Politiker, Offiziere und Geistliche sowie Wissenschaftler, Schriftsteller, Schauspieler und Kurtisanen gezeigt.





