Im September 1944 hatte für Hitler-Deutschland das sechste Kriegsjahr begonnen. Fast alle Eroberungen seit 1939 waren inzwischen verloren. Im Westen näherten sich die Westalliierten der deutschen Grenze, im Osten hatten sowjetische Truppen die Weichsel erreicht. In dieser prekären Situation setzte Hitler in den Ardennen alles auf eine Karte.
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Das deutsche Westheer war während der Kämpfe in Frankreich zerschlagen worden. Nur geringe Reste hatten die Reichsgrenzen erreicht. Schweres Kriegsgerät war kaum noch vorhanden, der Westwall nur an wenigen Stellen verteidigungsbereit. Die alliierte Bomberoffensive gegen das Reich näherte sich ihrem Höhepunkt. Fast jede größere deutsche Stadt war mittlerweile mehrfach massiv angegriffen und dabei teils schwer zerstört worden. Der Luftwaffe fehlte es an Piloten und Treibstoff, besonders nach dem Verlust der Erdölgebiete im rumänischen Ploie¸sti. Hitlers ehemalige Verbündete Bulgarien und Rumänien hatten im August 1944 Waffenstillstand mit den vorrückenden Sowjets geschlossen. Finnland war ihnen im September gefolgt. Allein Ungarn konnte unter Zwang bei der Stange gehalten werden.
Doch auch die Probleme der Alliierten nahmen zu. Für die Versorgung ihrer Armeen fehlten ihnen frontnahe Umschlaghäfen. Erst im November 1944 konnte ein alliierter Nachschubkonvoi den Hafen von Antwerpen anlaufen. Eine hastig vorbereitete Luftlandeoperation scheiterte Mitte September bei Arnheim unter hohen Opferzahlen. Nur mühsam und mit ebenfalls großen Verlusten kämpften sich die Amerikaner durch den winterlichen Hürtgenwald südlich von Aachen voran.
Gleichzeitig zeichneten sich Differenzen zwischen den Westalliierten und den Sowjets ab. Tatenlos hatten Stalins Divisionen an der Weichsel zugesehen, wie deutsche SS- und Wehrmachtsverbände in Warschau auf brutale Art und Weise den Aufstand der westlich orientierten polnischen Exilregierung niederschlugen. Diese auffällige Passivität der Sowjets bestärkte Hitler darin, dass er den Krieg überstehen könnte, wenn es ihm gelänge, die feindliche Koalition zu sprengen. Das Vorbild des Preußenkönigs Friedrich II., der im Siebenjährigen Krieg letztlich durch einen Thronwechsel in Russland gerettet wurde, beflügelte seine Phantasie. Die USA und Großbritannien mussten gezwungen werden, aus dem Krieg auszuscheiden. Dazu benötigte Hitler nach den schweren Niederlagen des Sommers jedoch nunmehr einen bedeutenden militärischen Erfolg, der seiner Ansicht nach nur an der Westfront möglich war.
Nüchternes Kalkül oder doch eine Wahnsinnstat?
Mit einer Streitmacht von etwa 30 Divisionen, darunter zwölf Panzer- und Panzergrenadier-Divisionen, wollte der Diktator die dünn besetzte alliierte Front in den Ardennen durchstoßen, zur Maas vordringen und Antwerpen einnehmen. Sämtliche anglo-amerikanischen Streitkräfte nördlich der Linie Lüttich–Brüssel–Antwerpen würden damit vernichtet werden. Mit diesem Schlag hoffte Hitler die Westalliierten doch noch verhandlungsbereit zu machen. Mit der Planung der Offensive beauftragte Hitler am 16. September den Führungsstab der Wehrmacht unter Generaloberst Alfred Jodl.
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In einer letzten Befehlsausgabe an die Generäle der Ardennenfront am 11. Dezember 1944 räumte der Diktator zwar ein, dass das Ziel Antwerpen ein Wagnis sei und in einem Missverhältnis zu den verfügbaren Kräften und ihrem Zustand zu stehen scheine. Trotz allem aber wolle er, so erinnerte sich Generaloberst Hasso von Manteuffel, Oberbefehlshaber der 5. Panzerarmee, jetzt alles auf eine Karte setzen, weil Deutschland auch eine Atempause brauche. Er hoffte, durch diese Offensive die Initiative wiederzuerlangen und die Alliierten zu spalten. Außerdem gewänne man Zeit für die weitere Entwicklung und den Einsatz neuartiger Waffen Die 30 für den Angriff vorgesehenen Divisionen seien sein letzter Trumpf. Nur im Westen sei damit, wenn überhaupt, ein nennenswerter militärischer Erfolg zu erzielen, denn die Engländer und Amerikaner seien nicht so zähe Gegner wie die Rote Armee und die sowjetischen Führer.
Hitler verschob mehrmals den Angriffstermin. Schließlich bestimmte er den 16. Dezember. Die geringste Sorge bereitete die Ausrüstung der Divisionen mit Gefechtsfahrzeugen. Noch im November 1944 hatte die deutsche Kriegswaffenproduktion ihren Höhepunkt erreicht. Allein in diesem Monat waren 1349 neue oder wieder instand-gesetzte Kampfpanzer und Sturmgeschütze an die Westfront geliefert worden, so dass die meisten Angriffsverbände ihr Soll an Gefechtsfahrzeugen erreichten. Probleme gab es aber bei der Versorgung mit Treibstoff und Transportfahrzeugen. Auch Qualität und Zahl der Infanterieverbände erreichten kaum den gewünschten Stand. Es fehlte den deutschen Truppen zudem an erfahrenen Führern in den Kompanien und vor allem an der notwendigen Ausbildungszeit.
Die Amerikaner werden vom Umfang und der Dynamik der Operation völlig überrascht
Trotz aller Einschränkungen trat in den Morgenstunden des 16. Dezember 1944 immer noch eine erstaunlich starke Angriffsgruppe gegen die amerikanische Front zwischen Monschau und Echternach an. Der Himmel war bedeckt und schützte die Deutschen vor alliierten Luftangriffen. Drei Armeen mit insgesamt 200 000 Mann und annähernd 1000 Kampfpanzern und Sturmgeschützen bildeten ihre erste Welle. Dazu kam eine OKW-Reserve als zweite Staffel mit noch einmal rund 400 schweren Gefechtsfahrzeugen.
Die 6. Panzerarmee unter dem SS-Oberstgruppenführer und Generalobersten der Waffen-SS Josef „Sepp“ Dietrich sollte als Stoßkeil der Offen-sive mit vier SS-Panzer- und vier Volksgrenadier-Divisionen die amerikanische Front zwischen Monschau und Losheim durchbrechen, am zweiten Angriffstag die Maas zwischen Huy und Lüttich überwinden und anschließend nach Antwerpen vorstoßen.
In der Mitte des Angriffsstreifens zielte von Manteuffels 5. Panzerarmee mit drei Panzer- und vier Volksgrenadier-Divisionen auf die Maas zwischen Dinant und Namur. Nach Überschreiten des Flusses sollten seine Panzer umgehend in den Raum Brüssel vordringen.
Die südliche Flanke des deutschen Angriffskeils deckte die 7. Armee des Generals Erich Brandenberger, die allerdings nur über drei Volksgrenadier-Divisionen, eine Fallschirmjägerdivision und einige wenige Sturmgeschütz-Abteilungen verfügte.
Der Durchbruchsabschnitt hätte nicht besser gewählt werden können. Die Amerikaner hatten die Ardennen als ruhigen Frontabschnitt beurteilt und ihn mit Kräften ihres VIIIth Corps besetzt. Von General Troy Middletons vier Divisionen stammte die 28th Division, die entlang der luxemburgisch-deutschen Grenze eingesetzt war, aus den Gefechten im Hürtgenwald und war stark abgekämpft.
Ebenso stand es um seine 4th Division. Die 106th Division war gerade in Europa eingetroffen und sollte deshalb an der ruhigen Ardennenfront erste Kampferfahrungen sammeln. Hinzu kam als Reserve die 9th Armoured Division. Insgesamt verfügte Middleton über 83 000 Mann mit 420 Panzern oder Panzerjägern.
Der Durchbruch gelingt: Eine riesige Lücke tut sich auf
Schon am zweiten Angriffstag zeichnete sich bei der 5. Panzerarmee ein Durchbruch ab. General von Manteuffels Taktik, noch vor dem Hauptangriff mit Infanteriekräften voraus durch die dünn besetzten amerikanischen Stellungen zu sickern, hatte sich bewährt. Zwei Regimenter der unerfahrenen 106th Division, insgesamt 8000 Mann, wurden in der Schneeeifel von den Deutschen eingeschlossen und ergaben sich am 19. Dezember.
Im Norden hatte Dietrichs 6. Panzerarmee allerdings weniger Erfolg. Dank der hartnäckigen Verteidigung des wichtigen Höhengeländes bei Elsenborn blockierte die 99th US-Division den rechten Flügel von Dietrichs Armee während der ganzen Offensive. Hier halfen den Amerikanern auch ihre starken Reserven, insbesondere das Vth Corps, das sie ursprünglich für eine eigene Offensive durch den Losheimer Graben bereitgestellt hatten. Den übrigen amerikanischen Truppen gelang es dagegen erst bei Bastogne und St. Vith, nachhaltig Widerstand zu leisten.
Das alliierte Oberkommando in Reims hatte einen ganzen Tag gebraucht, um das Ausmaß der deutschen Großoffensive in Richtung Maas zu erkennen. Sobald sich aber General Dwight D. Eisenhowers erstes Entsetzen gelegt hatte, befahl der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa unverzüglich die notwendigen Gegenmaßnahmen. Die 101st Airborne Division unter dem Befehl von Brigadegeneral Anthony McAuliffe wurde auf Lastwagen von Reims nach Bastogne in Marsch gesetzt und traf dort noch kurz vor den ersten Panzern der deutschen Panzer-Lehrdivision ein. Bastogne war ein Verkehrsknotenpunkt, an dem sich wichtige Straßen und zwei Nebenlinien der Eisenbahn kreuzten.
Die 82nd Airborne Division wiederum wurde in den Raum St. Vith beordert. General George Smith Pattons 3rd Army, die sich auf einen Angriff ins Saargebiet vorbereitet hatte, erhielt am 19. Dezember den Befehl, unverzüglich nach Norden einzudrehen, um den deutschen Ring um Bastogne aufzubrechen. Sofort schickte er seine 4th Armoured Division voraus und folgte mit dem Rest seiner Armee. Es sollte allerdings noch eine Woche dauern, bis sich sein Angriff auswirken würde. Der Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, zog am 20. Dezember aus den Rückschlägen der 6. Panzerarmee die Konsequenzen und verlegte den Schwerpunkt der Offensive nach Süden zur Nachbararmee. Inzwischen war St. Vith gefallen und Bastogne vollständig eingeschlossen. Die Einnahme des strategisch bedeutsamen Wegekreuzes schien nur eine Frage der Zeit. Die Deutschen hatten die gegnerische Front auf 70 Kilometern Länge aufgerissen, während die Amerikaner sich mühten, von überall her Verbände in die klaffende Lücke zu werfen.
Bereits am 21. Dezember erreichte Generalmajor Siegfried von Waldenburgs 116. Panzer-Division das Städtchen Hotton an der Ourthe und war damit nur noch 30 Kilometer von der Maas entfernt. Weiter südlich stieß die 2. Panzer-Division an Marche-en-Famenne vorbei auf Dinant vor. Immer noch war der Himmel bedeckt und hinderte die alliierte Luftwaffe, Einsätze gegen die Deutschen zu fliegen.
Während der ersten fünf Tage der Offensive waren die Alliierten nicht in der Lage gewesen, mehr als fünf neue Divisionen in den Durchbruchsraum zu dirigieren. Gegen zehn zum Teil abgekämpfte alliierte Divisionen standen 20 deutsche Angriffsverbände, die durch sechs weitere Divisionen aus der Wehrmachtsreserve verstärkt werden konnten.
Der Vorstoß kommt zum Stehen – Die Maas bleibt unerreichbar
Allerdings bereitete der deutschen Seite der Nachschub an Treibstoff zunehmend Probleme. Angriffsoperationen mussten wegen Benzinmangels oft verschoben werden oder waren nur mit einem Teil der vorgesehenen Kräfte realisierbar. Zudem erschwerte das stark durchschnittene Gelände mit seinen wenigen Wegen deutsche Umgehungsmanöver.
Über die amerikanischen Kräfte im Süden des deutschen Einbruchsraums, insbesondere über Pattons auf Bastogne zurollende 3rd Army, behielt General Omar Bradley den Oberbefehl. Die Kräfte der amerikanischen 1st Army im Norden wurden Field Marshal Bernard Law Montgomery unterstellt, der sämtliche britischen Streitkräfte in Nordwesteuropa befehligte. Dieser wollte nicht mehr ausschließen, dass es den Deutschen gelingen könnte, über die Maas in den Raum um Brüssel vorzustoßen. Vorsorglich beorderte er sein XXXth Corps mit vier Divisionen in den Abschnitt. Schon näherten sich die Spitzen zweier deutscher Panzer-Divisionen der Maas. Am 23. Dezember hatte die 2. Panzer-Division das nur neun Kilometer von der Maas entfernte Conneux erreicht. Südlich davon stieß die Panzer-Lehrdivision über St. Hubert auf Rochefort vor. Die Heranführung der 9. Panzer-Division aus der OKW-Reserve verzögerte sich jedoch aus Treibstoffmangel.
Zugleich erlebte Generalmajor Siegfried von Waldenburgs 116. Panzer-Division, die den Schutz der rechten Flanke der 2. Panzer-Division übernehmen sollte, einen herben Rückschlag. Ihr gelang es nicht, den wichtigen Übergang über die Ourthe bei Hotton zu nehmen. Die Amerikaner verteidigten mit Hilfe zweier versprengter Panzerabwehrkanonen-Züge den Stadtkern gegen überlegene deutsche Kräfte. Ehe Waldenburgs Division die Brücke erneut angreifen konnte, erhielt er den Befehl, weiter südlich in Richtung Maas vorzudringen.
Bei Verdenne stieß er jedoch auf die neu eingetroffene 84th Division. Die Amerikaner waren in einem Nachtmarsch aus ihrem Einsatzraum bei Geilenkirchen nördlich Aachen herangeführt worden. Die Kompanien waren jedoch abgekämpft und auf ein Drittel ihrer normalen Gefechtsstärke geschrumpft. Die Division sollte in erster Linie Zeit gewinnen, bis die ebenfalls von Norden kommende 2nd Armoured Division Waldenburgs Panzer aufhalten konnte.
Spätestens am 26. Dezember zeigte sich aber, dass die 84th Division allein mit ihrem Gegner fertig wurde. Teile der Deutschen gerieten sogar in einen Kessel und erlitten beim Ausbruch beträchtliche Verluste. Daraufhin wurde die 2nd Armoured Division gegen die rechte Flanke der deutschen 2. Panzer-Division eingesetzt. Die deutsche Spitze hatte inzwischen Foy-Notre-Dame erreicht, den äußersten Punkt der Offensive, nur fünf Kilometer von der Maas bei Dinant entfernt. Der amerikanische Angriff traf die Deutschen schwer. Die Divisionsspitze wurde abgeschnitten und zerschlagen, die übrigen Einheiten mussten sofort zurückgenommen werden.
Der 26. Dezember 1944 brachte schließlich die Wende der Ardennen-Schlacht. An diesem Tag durchbrach im Süden ein Zug Sherman-Panzer der 4th Armoured Division den deutschen Belagerungsring um Bastogne. Trotz dieses schweren Rückschlags versuchten die Deutschen weiterhin mit allen verfügbaren Kräften, die Stadt zu nehmen, um die dort kämpfenden alliierten Verbände zu zerschlagen. Längst bescheidener, hätte die Wehrmacht darin bereits einen großen Erfolg gesehen. Aber auch in Bastogne hatten die Amerikaner nun überlegene Kräfte zur Verfügung. Denn inzwischen drängte General Pattons 3rd Army von Süden her gegen den deutschen Belagerungsring.
Spätestens zum Jahresende 1944 waren die Deutschen gezwungen, auf ganzer Front zur Verteidigung überzugehen. Die Zahl ihrer Panzer war in fast allen Divisionen auf ein Viertel der ursprünglichen Stärke zusammengeschmolzen. Seit dem 23. Dezember konnte zudem die alliierte Luftwaffe, begünstigt durch ein winterliches Hoch, die Bodentruppen massiv unterstützen. Gleich am ersten klaren Tag befanden sich mehr als 3000 Flugzeuge über dem Kampfgebiet. Auch in der folgenden Woche erlaubte die Witterung täglich knapp 5000 alliierte Lufteinsätze, wogegen die deutsche Luftwaffe nur auf durchschnittlich 1000 Einsätze je Tag kam.
Mit mehr und besseren Reserven: Gegenoffensive der Westalliierten
Am 3. Januar 1945 begannen Amerikaner und Briten ihre Offensive gegen den Frontkeil. Als sich ihre Angriffsspitzen, von Norden und Süden kommend, zwei Wochen später bei dem Ort Houffalize trafen, hatten sich die Deutschen jedoch durch rechtzeitigen Rückzug der Einschließung entzogen. Längst war die Mehrzahl der gepanzerten Divisionen von Dietrichs 6. Panzerarmee an die ungarische Front transportiert worden, wo sie helfen sollten, die letzten Ölfelder des Reichs zu behaupten. Im Westen wurden die deutschen Truppen bis Anfang Februar wieder auf ihre Ausgangsstellungen in der Eifel zurückgeworfen.
Die Kämpfe in den Ardennen hatten fast einen ganzen Monat gedauert. Die Verluste auf beiden Seiten waren mit jeweils 70 000 bis 80 000 Mann an Toten, Verwundeten und Vermissten etwa gleich hoch. Auch die materiellen Verluste beider Parteien hielten sich die Waage. Anders als bei den Amerikanern waren die Verluste für die Deutschen jedoch unersetzlich. Die letzten militärischen Reserven waren in der Ardennen-Offensive weitgehend verbraucht worden. Was übrig und noch einsatzfähig war, wurde schleunigst an die bedrohte Ostfront in Marsch gesetzt.
Im Westen verblieben 60 abgekämpfte Divisionen mit knapp 450 Panzern und Sturmgeschützen. Dagegen verfügten die Amerikaner über 6000 Panzer und 80 Divisionen. Versorgungsprobleme gab es auf ihrer Seite mittlerweile nicht mehr. Schon einen Monat später, am 7. März 1945, überschritten die Amerikaner bei Remagen den Rhein, und nur zwei Monate später kapitulierte Deutschland bedingungslos.
Hitlers Entschluss, im Herbst 1944 noch einmal auf breiter Front offensiv zu werden, ist von vielen Militärhistorikern als der letzte und vielleicht auch größte seiner operativen Missgriffe bewertet worden. Akzeptiert man jedoch seine politische Verantwortungslosigkeit und seine antihumane Persönlichkeit als unüberwindliche Hindernisse für ein sofortiges Ende des Krieges, so ist seinem Entschluss zur Entscheidung suchenden Offensive an der Westfront Logik und Konsequenz nicht abzusprechen.
Eine Offensive im Westen, wenn auch mit verzweifelt hohem Risiko, war fraglos die überzeugendere Alternative gegenüber der Forderung vieler Generäle, die letzten Reserven des Reiches zur Stützung der überall zerbrechenden Fronten einzusetzen. Letzteres hätte allenfalls einen Zeitgewinn verschafft, kaum jedoch das von Hitler und seinen Paladinen erhoffte Überleben des nationalsozialistischen Terrorstaates ermöglicht.
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