Als die Bande von George „Machine Gun“ Kelly am 22. Juli 1933 den Ölmagnaten Charles Urschel entführte, lief zunächst alles wie geschmiert. Zügig zahlte die Familie 200 000 Dollar Lösegeld. Kurz darauf ließen die Kidnapper Urschel frei. Zu ihrem Leidwesen entpuppte sich Urschel jedoch als hervorragender Zeuge, der den Ermittlern zahlreiche Hinweise liefern konnte. Bald war das FBI den Tätern auf der Spur. Erst im Vorjahr hatte der Kongress der Bundesbehörde erlaubt, in Entführungsfällen zu ermitteln. Zügig wurden „Machine Gun“ Kelly, seine Frau Kathryn und seine Komplizen Albert Bates und Harvey Bailey gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt.
Die Beteiligung Baileys am Fall war für das amerikanische Justizsystem einigermaßen peinlich, war dieser doch gerade erst aus dem Gefängnis entkommen. Überhaupt waren in den letzten Jahren häufig prominente Häftlinge getürmt, darunter „Baby Face“ Nelson und mehrere Mitglieder der Bande um John Dillinger.





