Realistische Darstellungen waren in der Malerei zu Beginn des 19. Jahrhunderts neu, geradezu sensationell. Die Ausstellung von Géricaults „Das Floß der Medusa“ im Salon de Paris war 1819 und danach das Gesprächsthema weit über Künstlerkreise hinaus, zumal mit dem Bild eine bizarre Geschichte aus Schiffskatastrophe und politischem Skandal zum Vorschein kam.
1816 hatte Frankreich einen Flottenverband zum Schutz der senegalesischen Kolonie an die westafrikanische Küste entsandt. Unterwegs lief die Fregatte „Méduse“ auf Grund. Weil nicht genügend Beiboote verfügbar waren, wurde für die rund 150 Infanteristen ein Floß gebaut, das man mit Booten vertäute. Doch nach wenigen Meilen kappten Offiziere einfach die Seile und setzten sich mit dem Kapitän Richtung Küste ab.





