In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg gewannen die Debatten um die wirtschaftliche und politische Entwicklung Brasiliens vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs an Brisanz. Alle politischen Kräfte des Landes hatten das Ziel, die unbefriedigende Situation zu überwinden, die man nun als „Unterentwicklung“ bezeichnete. Der Weg, den Brasilien dabei beschritt, war eng angelehnt an die Vereinigten Staaten, mit denen man bereits während des Kriegs ein enges Bündnis eingegangen war. Rüstungskäufe und die Ausbildung brasilianischer Militärs in US-amerikanischen Trainingscamps festigten die militärischen Beziehungen. Mit der Entwicklungshilfe aus den USA und Krediten vom Internationalen Währungsfonds (IWF) begann die brasiliani‧sche Regierung, die Industrialisierung des Landes voranzutreiben und die Infrastruktur auszubauen. So entstand 1953 der staatseigene Konzern Petrobras, der die Ölvorkommen Brasiliens erkunden sollte.
Die brasilianischen Linken kritisierten die engen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Insbesondere die Kommunisten versuchten, die Einbindung des Landes in die von den USA dominierten regionalen Sicherheitsbündnisse wie die Organisation Amerikanischer Staaten zu torpedieren. Doch die Partei wurde 1948 verboten. Daran lässt sich ablesen, dass die innenpolitische Lage zu diesem Zeitpunkt bereits konfliktreich war. Zwei Jahre später schaffte denn auch der 1945 ausgemusterte Diktator und Begründer des autoritären brasilianischen Estado Novo (1937–1945), Getúlio Vargas, ein Comeback und gewann erstmals regulär eine Präsidentschaftswahl. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 03/2014.
Prof. Dr. Stefan Rinke





