Zu den Exponaten gehören einige der zeitgenössischen Porträtgemälde und Büsten ebenso wie etwa ein nur daumennagelgroßes Büchlein mit Dichterbildnissen aus dem Jahr 1764. Erstmals werden Varianten – Originale, Repliken, alte Kopien – des von Anton Graff 1771 gemalten Lessing-Porträts an einem Ort zusammengeführt, bei dessen Betrachtung der Dichter ausgerufen haben soll: „Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“ Neben den wenigen gesicherten Bildnissen des Dichters sind auch solche zu sehen, die zu verschiedenen Zeiten wie aus dem Nichts auftauchten und deren Identifizierung mit Lessing mehr oder weniger fraglich ist.
Lessing selbst scheint sich wenig um sein Porträt geschert zu haben, umso mehr jedoch die Mitwelt und erst recht die Nachwelt, die Lessing als einen der ganz großen Dichter deutscher Sprache verehrte. So widmet sich die Ausstellung nicht nur der Frage nach dem Aussehen Lessings, sondern ist zugleich eine Studie der Porträtkultur, die vorführt, wie ein Urbild eine Folge von Nachahmungen durchläuft und in ein Idealbild mündet, wie im Bildnis aus dem Menschen das Idol wird.





