Was ist interessanter als ein neuer Mensch?“, fragte Berlins berühmteste Salonnière Rahel Levin Varnhagen. Und der Dichter Adelbert von Chamisso beschrieb einen Sommer auf dem ländlichen Musenhof „als ebenbürtiger Gast … in freundlicher Umgebung … unter guten Leuten“. Die beiden brachten damit die Essenz des Phänomens Salon auf den Punkt: die Neugier auf andere, die als Menschen für ebenbürtig gehalten werden.
Als Salon im literarischen oder kulturhistorischen Sinn gilt eine Geselligkeit, die in den Räumen und unter der Regie einer Frau stattfindet und deren Hauptzweck gebildete und bildende Unterhaltung ist. Die Gäste sind nach Stand, Geschlecht, Religion, Schichten und Beruf verschieden. Zulassungskriterien oder Statuten wie in einem Verein gibt es nicht.





