Senecas „Fürstenspiegel“ und erzieherische Ratgeber fruchteten ohnehin wenig: Mit zunehmendem Alter wurde Nero immer unberechenbarer und gefährlicher. Nach der Ermordung Agrippinas und dem Tod des Burrus im Jahr 62 war Seneca isoliert. Aus Furcht vor Neidern bot der kluge Mann dem Kaiser an, alle Geschenke, die ihn, Seneca, so reich gemacht hatten, wieder zurückzugeben. Er selbst wünsche nur noch ein einfaches Leben zu führen. Aber der Kaiser lehnte ab. Seneca zog sich daraufhin mit seinem Geld aufs Land zurück und schrieb unpolitische Bücher. Doch auch das nützte wenig: Im Jahr 65 wurde er der Verschwörung gegen Nero angeklagt und zum Selbstmord gezwungen.





