In den 1950er und 1960er Jahren war das gesellschaftliche Bild von Sexualität noch starr und einem traditionellen Rollenverständnis untergeordnet. Hildegard Knef schreckte die Bundesrepublik 1951 mit ihrer freizügigen Darstellung in „Die Sünderin“ auf, noch 1973 protestierten Demonstranten vermummt gegen die Entlassung eines homosexuellen Lehrers, weil sie nicht erkannt werden wollten. Heute ist nackte Haut im Fernsehen Alltag – homosexuelle Paare sind in Deutschland weitgehend akzeptiert und können heiraten.
Auch die Sexualmoral der DDR spielt in der Ausstellung eine Rolle. Zwar war diese in bestimmten Bereichen weniger rigoros, doch auch hier wurde Wert darauf gelegt, dass die Menschen „anständig“ leben, wie die SED 1965 verlauten ließ.
Den Wertewandel dokumentiert die Ausstellung mit einer Vielzahl von Film- und Tondokumenten, Plakaten und Objekten wie ein als Geheimversteck für einen Erotikversand-Katalog getarntes Buch, eine von Feministinnen getragene lila Latzhose oder ein in der DDR ausschließlich für den Export produziertes erotisches Kartenspiel. Auch die anhaltenden Kontroversen und Diskussionen um Freizügigkeit und „sittliche Ordnung“ werden berücksichtigt.
Die Ausstellung im Leipziger Zeitgeschichtlichen Forum ist noch bis zum 6. April 2015 zu sehen.





