Grethlein gelingt es, den Wandel der menschlichen Verhältnisse zur Welt im Spiegel der Hoffnung zu betrachten. Er zeigt, wie Hoffnungen seit dem Altertum dazu dienten, eine triste Gegenwart zu bewältigen, deren Herausforderungen die Menschen ausgeliefert schienen. Im Lauf der Jahrhunderte erschien dagegen die Zukunft zunehmend gestaltbar, gegenwärtige Probleme damit überwindbar. Doch allmählich hat dieser technologische und ökonomische Fortschritt Nebenfolgen hervorgerufen, die es kaum mehr möglich erscheinen lassen, der Zukunft hoffnungsfroh entgegenzusehen – trotzdem oder gerade deshalb wird weitergehofft. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Jonas Grethlein
Hoffnung
Eine Geschichte der Zuversicht von Homer bis zum Klimawandel
Verlag C. H. Beck, München 2024, 352 Seiten, € 28,–.





