Sigismund von Luxemburg war 43 Jahre alt, König von Ungarn und noch immer ohne männlichen Nachfolger, als er 1411 zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Und nun stand er vor der Frage, von welchem Papst er die angestrebte Kaiserkrone empfangen konnte: Denn drei Päpste erhoben gleichzeitig Anspruch auf den Papstthron und somit darauf, der rechtmäßige irdische Stellvertreter Christi zu sein. Er war die Zeit des Abendländischen Schismas, in der das Papsttum am Abgrund stand und die katholische Kirche zu zerfallen drohte. Dem König kam qua Amt und an die alte Kaiseridee anknüpfend die Aufgabe des Defensor et Advocatus Ecclesiae, des Schirmherrn der Kirche, zu.
Seit Friedrich Barbarossa hatte sich kein Herrscher des Heiligen Römischen Reiches mehr diese Bestimmung so tatkräftig zu eigen gemacht, wie es nun Sigismund tat. Ausgestattet mit dem Selbstbewusstsein des Schirmherrn der Kirche und der Christenheit ergriff Sigismund die Initiative, damit der Weg aus der verfahrenen Situation des Papsttums heraus beschritten werden konnte. Um die dafür nötigen Kräfte zu mobilisieren, musste er nach innen die Einheit der zerstrittenen christianitas herstellen. Und: Er wollte die Kaiserkrone, und dafür war die Krönung durch einen einzigen anerkannten Papst unerlässliche Voraussetzung. Für Sigismund gab es nur einen Weg – und der führte über das Konzil.
Den Einfluss des Heiligen Römischen Reichs hatte er nach Osten mit Polen, Litauen und Ungarn erheblich erweitert. Aber der Umgang mit den mächtigen ungarischen Baronen blieb schwierig. Über 18 Jahre hinweg hatte sich das zähe kriegerische Ringen um die ungarische Krone in stetigem Auf und Ab dahingezogen, bis Sigismund im Jahr 1405 die Tochter des schwerreichen Grafen von Cilli mit Namen Barbara heiratete. Nun eröffneten sich dem Luxemburger, der sein Leben lang mit der Geldnot kämpfte, neue finanzielle Spielräume. Um seinen Herrschaftsanspruch in Ungarn weiter zu festigen, bedurfte es der Verfügungsgewalt über die höheren Kirchenämter. Dazu benötigte er die Legitimation, die nur der Papst gewährleisten konnte. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 02/2014.
Dr. Karin Stober





