Wer den steilen Aufstieg zum Freisinger Domberg bewältigt hat und im lichtdurchfluteten Foyer des Diözesanmuseums den Kopf in den Nacken legt, den empfängt dort ein donnernder Spruch: „Timor Domini principium sapientiae“, zu Deutsch: „Die Furcht des Herrn ist der Beginn der Erkenntnis.“ Den Gottesfürchtigen winkt die Weisheit, den Ungläubigen droht ewige Torheit? Darüber kann Kurator und Sammlungsleiter Steffen Mensch nur schmunzeln: „Der Satz ist nicht programmatisch, wir stehen heute für Offenheit gegenüber allen Weltanschauungen.“
Tatsächlich kann man aus den Museumsfenstern weit blicken. Auf einem Hügel über Freising thront das Gebäude unweit des Doms, bodentiefe Fenster und lange Sichtachsen laden zum Blick in die Umgebung ein. Ursprünglich beherbergte der neoklassizistische Bau aber junge Priesteramtsanwärter – aus dieser Zeit stammt noch das besagte Bibelzitat. Erst 1974 wurde daraus ein Präsentationsraum für die Schätze der Erzdiözese München-Freising.





