Denn sie trinken zügellos Alkohol, Tag und Nacht, sodass manchmal einer von ihnen mit dem Weinbecher in der Hand stirbt“, schrieb der arabische Diplomat Ahmad Ibn Fadlan im Jahr 922 über die oftmals verallgemeinernd als „Wikinger“ bezeichneten Rus, denen er auf seiner Reise in das Reich der Wolgabulgaren im heutigen Russland begegnete.
In der populären Vorstellung, wie sie uns in den Medien, teilweise aber auch noch in älteren Sachbüchern begegnet, sind die Nächte in der skandinavischen Wikingerzeit geprägt durch ausufernde Gelage. Während sich das Bild der Menschen, die meist kollektiv als „Wikinger“ bezeichnet werden – obwohl zeitgenössisch streng genommen nur derjenige
víkingr genannt wurde, der per Schiff zu einem der gefürchteten Raubzüge aufbrach –, in den letzten Jahrhunderten in vielen Aspekten mehrfach geändert hat, bleibt das Vorurteil des übermäßigen Alkoholkonsums interessanterweise meistens bestehen.





