Zunächst enttäuschte Heinrich V. die auf ihm ruhenden Friedenshoffnungen nicht. Um die Streitfrage endlich klar zu regeln, hatte er sich zu Beginn des Jahres 1111 nach Rom begeben. Mit Papst Paschalis II. erarbeitete er ein radikales Konzept: Würde man die Bistümer vollständig allen weltlichen Besitzes entheben, wäre ein Einfluß von Laien ohnehin hinfällig und damit das Investiturproblem gelöst. Der Tumult, der sich daraufhin im Petersdom unter den geistlichen Fürsten erhob, die all ihre Güter und Hoheitsrechte verlieren sollten, war so unbeschreiblich, daß die geplante Kaiserkrönung Hein-richs V. abgebrochen werden mußte. Der König entführte den Papst zusammen mit zahlreichen Kardinälen aus Rom und erpreßte von ihm ein Privileg, das ihm die Kaiserkrönung zusicherte und gleichzeitig sein Investiturrecht anerkannte. Doch Heinrichs Triumph währte nicht lange. Nicht nur widerrief ein Laterankonzil ein Jahr später dieses „Schandprivileg“; Heinrichs Verhältnis zu den Reichsfürsten blieb zerrüttet, und eine Lösung des „Investiturstreits“ schien einmal mehr in weite Ferne gerückt.





