Zu den Persönlichkeiten, die sich dafür einsetzten, Kinder über die Verbrechen des Sklavenhandels aufzuklären, gehörte der Pädagoge und Verleger Joachim Heinrich Campe aus Braunschweig – unter anderem bekannt als Hauslehrer der Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt. 1781 berichtete er im siebten Band seiner Buchreihe „Kleine Kinderbibliothek“entrüstet „von dem schändlichen Sklavenhandel auf der Küste von Guinea, und von dem Zustande der armen schwarzen Sklaven in den amerikanischen Kolonien der Europäer.“
Campes Buchreihe enthielt auch eine aufrüttelnde Abbildung. Sie zeigte, wie Sklaven abgeführt wurden, die später auf den amerikanischen Zuckerplantagen schuften sollten. „O ihr jungen Freunde“, so sein Appell an die kleinen Leserinnen und Leser, „denkt ja, so oft ihr Zucker genießt, an den beweinungswürdigen Zustand derer, durch deren Hände er zuerst gegangen ist!“
Wie solches Unrecht bekämpft werden könnte, zeigte der Weimarer Schriftsteller und Verleger Friedrich Justin Bertuch in seinem seit den 1790er Jahren in mehreren Bänden veröffentlichtem „Bilderbuch für Kinder“. Er empfahl darin, künftig in Deutschland „Zucker-Ahorn“ anzubauen. Auf diese Art könne man „dem abscheulichen Neger-Sclavenhandel ein Ende machen helfen“, so die Hoffnung des Aufklärers.
Solche und weitere Beispiele aus dem Quellenband zeigen, wie intensiv schon im 18. Jahrhundert Kolonialpolitik diskutiert wurde – und das auch mit Blick auf die künftigen Generationen, die man mit der Kinder- und Jugendliteratur dazu anregen wollte, die herrschenden Missstände zu hinterfragen.





