Die bei den Staatlichen Museen zu Berlin angesiedelte, mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgestattete Arbeitsstelle für Provenienzrecherche und -forschung fördert die systematische Erforschung dieses „Linz-Bestandes“. Somit konnte kürzlich mit dem auf zunächst ein Jahr angelegten Projekt begonnen werden, für das die renommierte Kunsthistorikerin und „Linz-Expertin“ Dr. Birgit Schwarz gewonnen wurde. Sie arbeitet mit dem bei der Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) angesiedelten Team der SKD-Provenzienzforschung um Prof. Dr. Gilbert Lupfer zusammen.
Ein relevanter Teil der Kunstwerke, vor allem Gemälde, die im Rahmen des „Sonderauftrags Linz“ beschafft wurden, stammte aus jüdischem Eigentum beziehungsweise resultierte aus verfolgungsbedingtem Entzug während des „Dritten Reichs“. Auch für den nun zu bearbeitenden „Linz-Bestand“ im Dresdner Kupferstich-Kabinett ist diese Frage wesentlich. Um den Bestand systematisch bearbeiten und die Provenienzen erforschen zu können, sind umfangreiche Archivrecherchen unter anderem im Bundesarchiv Koblenz notwendig. Die ersten Ergebnisse geben einigen Anlass zu der Hoffnung, zumindest einen Teil der Provenienzen ermitteln zu können.
Sollte sich im Laufe des Projektes erweisen, dass zu dem genannten Konvolut im Kupferstich-Kabinett Werke gehören, die unrechtmäßig jüdischen Eigentümern abgepresst oder geraubt wurden, werden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden versuchen, die Nachfahren zum Zwecke der Restitution ausfindig zu machen.





