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Geschichte & Archäologie
Sonderweg mit später Blüte
Das Mutterland aller gotischen Kathedralen ist Frankreich. Vor allem die klassischen Kathedralen in Chartres, Reims und Amiens wurden zum Vorbild für viele Kirchenbauten in ganz Europa. Wie reagierte man im deutschen Kulturraum auf diese Revolution in der Architektur?
Bis in das 19. Jahrhundert hinein galt die Gotik als typisch deutscher Stil. Nicht zuletzt deshalb wurde im Historismus gern auf gotische Vorbilder zurückgegriffen. Eine, nachträglich betrachtet, erstaunliche Einschätzung, denn natürlich stand die Wiege der Gotik und damit der gotischen Kathedralen in Frankreich. Zum Teil geht diese fälschliche Zuschreibung wohl auf den Begriff “Gotik” zurück, der gerne mit “deutsch” assoziiert wurde.
Um 1130/40 wurden in Frankreich erstmals Kirchen ganz oder teilweise in einem Stil gebaut, den Stil man später als gotisch bezeichnete (Sens, Saint-Denis, Noyon, Laon, Senlis). In die Zeit zwischen 1190 und etwa 1260 fallen dann die großen Kathedralbauten in Paris, Troyes, Bourges, Chartres, Amiens… Immer kühner und höher strebten die Gewölbekonstruktionen in den Himmel. Bisweilen zu kühn: 1284 stürzte der Chor der Kathedrale von Beauvais in sich zusammen. Was zeichnet die gotischen Kathedralbauten, die Gotik überhaupt aus? Zahlreiche Forscher beschäftigten sich mit dieser Frage, auf Tausenden von Seiten wurde versucht, eine Antwort zu geben. So können die folgenden Zeilen denn auch nur eine verkürzte und vereinfachte Darstellung sein.
Gemeinsam ist den gotischen Kathedralen der Drang in die Höhe, der Versuch, einen – dank großer Fensterflächen – lichtdurchfluteten, “schlanken”, leicht wirkenden Raum zu schaffen. Zwar gab es die kennzeichnenden Elemente der Gotik – Kreuzrippengewölbe, Spitzbogen, Strebewerk, Maßwerk… – zum Teil bzw. in Vorstufen bereits sehr viel früher, doch die Vereinigung dieser Elemente und ihre Weiterentwicklung zu einem kunstvollen, harmonischen Ganzen gelang erst der Gotik.
Für Günther Binding, Autor des neuesten Standardwerks über die Gotik, folgt die gotische Kathedrale “in ihren Proportionen den gleichen mathematischen Regeln wie die instrumentale Musik und der Gesang, die einen wesentlichen Bestandteil der Liturgie darstellen. Die vollkommene Musik besteht wie die vollkommene Kathedrale aus Harmonie. Seit Urzeiten ist die Musik ein Zaubermittel, wird ‚verstanden‘, erlebt; die Proportionen, die Harmonien, die Logik sind gegenwärtig, aber für den Rezipienten nicht meßbar, ganz wie bei der Kathedrale.” Und an anderer Stelle schreibt Binding: “Alles wird einem geometrisch bestimmten Ordnungssystem ein- und untergeordnet… Geometrie und Farblicht geben einen Hinweis auf die vollkommene göttliche Ordnung. Das Gotische der neuen Kathedrale ist ein meisterlicher Zusammenklang von Konstruktion und Illusion sowie Rationalität und theologischen Ideen… Letztlich ist die gotische Kathedralarchitektur Abbild der göttlichen Wahrheit: Gleichgewicht, harmonische Proportionen, Schwerelosigkeit, Licht, geleitet von dem Streben nach Erkenntnis, nach Höchstleistung bis an die Grenze (Einsturz von Beauvais), um das Ziel zu erreichen.
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Äußere Voraussetzung für diese gewaltigen Bauten waren stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse. Genau dies traf auf Frankreich seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zu. Anders als in Deutschland spielte das langsam wieder erstarkende französische Königtum denn auch als Auftraggeber großer gotischer Kathedralbauten eine wichtige Rolle. Die Abteikirche von St. Denis bei Paris war die Grablege der französischen Könige; Reims der Ort der Krönung, Chartres das bedeutendste Wallfahrtszentrum des Landes. Im Machtzentrum Paris entstanden mit der Kathedrale Notre-Dame und der Sainte-Chapelle, der königlichen Palastkapelle, gleichfalls herausragende kathedrale Bauten. Und auch die Bischofssitze, in denen Kathedralen errichtet wurden, wie Beauvais oder Laon, standen im direkten Einflußbereich der königlichen Macht.
Eine wichtige Voraussetzung für die Ausdehnung der königlichen Herrschaft – und damit einhergehend der Kathedralarchitektur – war das enge Zusammenspiel zwischen geistlicher und weltlicher Macht in Frankreich. Dieses Zusammenspiel läßt sich an einer Person beispielhaft festmachen: Suger von St. Denis (1081–1151). Vom Bauernsohn war Suger zum Abt dieses wichtigsten französischen Klosters und zum engsten Berater zunächst Ludwigs VI. und dann Ludwigs VII. aufgestiegen. Als letzterer 1147 zum Kreuzzug aufbrach, ernannte er Suger zum Regenten Frankreichs. Auf Suger geht auch der Bau des gotischen Chors von St. Denis in gerade einmal vier Jahren (1140–1144) zurück – als Symbol der neu erstarkten französischen Königsmacht, für die der Abt in seinen Schriften auch die ideologische Grundlage schuf: “Wir bewahren den reinen Glauben gegenüber den schismatischen Deutschen, wir beschützen den Heiligen Vater vor seinen Verfolgern, wir haben das Grab Christi befreit, wir sind das auserwählte Werkzeug Gottes, durch das er seine Taten verrichtet. Der heilige Dionysius (St. Denis) ist der große Heilige, unter dessen mächtigem Schutz das Königreich steht”, schreibt Suger 1124. Ebenfalls politisch argumentiert der Kunsthistoriker Wilhelm Rüdiger in seinem Buch “Die gotische Kathedrale”. Der “kathedrale Baugedanke” habe “in Deutschland nicht Fuß” gefaßt, da sich “die deutschen Kaiser als Fortsetzer des römischen Kaisergedankens” gefühlt hätten. “Römische Architektursprache ist ihnen kaiserliche Sprache. Die Mächtigkeit und Wucht der Romanik setzt diese Sprache mit neuen, eigenen Vokabeln fort… Die Kaiserdome am Rhein, Speyer, Mainz, Worms, sind politische Demonstrationen der deutschen Kaiser. Sie sind die Nachfolgeherrscher im Imperium Romanum, nicht der Papst in Rom… Im Schatten dieser Auseinandersetzung entwickelt sich auf französischem Boden die Macht des Mönchtums (Cluny), aus dem… auf Umwegen eine antiromanische Formsprache aufwächst, die Kathedralgotik Abt Sugers, die sich mit dem Kapetinger-Königtum verbindet und mit ihren Bauten die Zeichen eines gemeinsamen, großartigen königlich-geistlichen Machtanspruchs setzt. Daß das staufische Kaisertum… gegen die Auflösung… seiner eigenen architektonischen Monumentalsprache sich zur Wehr setzte, ebenso gegen eine Verlagerung der politischen Gewichte innerhalb Europas – unter diesen Prämissen ist das stockende Vordringen des ‚opus francigenum‘ in Deutschland zu verstehen”.
Ganz ähnlich erklärt Bodo W. Jaxtheimer die zögerliche Übernahme gotischer Stilformen: “Wo solch majestätische Räume entstanden wie im Dom zu Speyer… – dort sehnte sich niemand nach dem Abbruch einer Bautradition, die zum Inbegriff des glanzvollen staufischen Kaisertums geworden war… Das Neue: die Auflösung der Wände, die freischwingenden Stützkonstruktionen, das in der Höhe verharrende Aufwärtsstreben von Bogen und Wölbungen mit ihren schlanken Pfeilern, stand dem Vorhandenen und noch Entstehenden allzu schroff entgegen.”
Auch wenn man hier anfügen müßte, daß vor allem Speyer eher mit den Saliern als mit den Staufern identifiziert wird, so haben tatsächlich nur wenige Bauten im deutschsprachigen Kulturraum das französische Vorbild eins zu eins übernommen. Doch die Grenzen im europäischen Mittelalter waren für begabte Handwerker nicht minder offen wie in der Europäischen Union von heute. Natürlich haben deutsche Baumeister, Maurer, Steinmetze und Zimmerleute auch in Frankreich gearbeitet und dort den neuen Stil kennengelernt.
Von Frankreich zurückgekehrt, versuchten sie diese neue Architektur auch in der Heimat umzusetzen. Das waren zunächst noch keine einheitlich gotischen Bauvorhaben, sondern zarte Pflänzchen bei der Fertigstellung romanisch begonnener Dome oder einzelne Bauteile. Typisch für zahlreiche gotische Kirchenbauten in Deutschland ist dabei die Reduktion bzw. Vereinfachung der französischen Vorbilder, die oft als “deutsche Sondergotik” bezeichnet wird.
So gab vor allem Laon das Vorbild für einige Domtürme bzw. architektonische Detailformen, etwa in Limburg, Naumburg und Bamberg. Auch die Bauplastik läßt hier bereits französische Vorbilder erkennen. In Naumburg ist zudem der frühgotische Westchor hervorzuheben. In Magdeburg schließlich erhielt der Chor des Doms um 1210 einen Kapellenkranz nach französischem Vorbild. Hier waren es nicht Handwerker, die den neuen Stil in die Stadt brachten, sondern der Erzbischof: Albrecht von Magdeburg hatte in Paris studiert und den gotischen Chor von St. Denis mit eigenen Augen gesehen – und war augenscheinlich gebührend beeindruckt davon.
Doch wann kam es zu den ersten rein gotischen Bauten? Endlich, 1227 wurde in Trier mit dem Bau der Liebfrauenkirche begonnen, 1235 mit dem der Elisabethkirche in Marburg an der Lahn. Beides aber sind keine basilikalen Kathedralbauten. Die Elisabethkirche ist eine dreischiffige Hallenkirche, die Liebfrauenkirche in Trier ein für die gotische Zeit eher untypischer Zentralbau. Die Verzögerung bei der Umsetzung des gotischen Stils in Deutschland muß nicht zwangsläufig mit bewußter oder unbewußter “politischer” oder “ästhetischer” Abwehr begründet werden. Auch in den anderen Ländern Europas dauerte es seine Zeit, ehe die neue Formensprache ihren Eingang fand. In Deutschland kam erschwerend die politische Lage nach dem Ende des staufischen Kaisertums 1254 hinzu. Hatte schon Friedrich II. sein Machtzentrum eher in Italien denn in Deutschland, so war in der Zeit des Interregnums bis 1273 und eigentlich auch noch in den Jahrzehnten danach eine zentrale Herrschaftsinstanz nicht zu erkennen. Das für die französische Kathedralgotik so wichtige Zusammenspiel zwischen Königtum und Kirche fand in dieser architektonisch entscheidenden Phase in Deutschland nicht statt.
So dominieren hier die “bodenständige” bürgerliche Hallenkirche, die gleichwohl gewaltige Ausmaße erreichen konnte (wie etwa die Martinskirche in Landshut oder die Frauenkirche in München) sowie die schlichten klösterlichen Kirchenbauten der Bettelorden (wie etwa die Dominikanerkirchen in Regensburg und Esslingen) sowie der Zisterzienser. Frühe Beispiele für die Übernahme der Gotik sind hier etwa die Kirchen der Zisterzienserklöster von Haina (um 1240) und Altenberg (um 1260). Eine Sonderform ist schließlich auch die norddeutsche Backsteingotik (mit der Lübecker Marienkirche als bekanntestem Beispiel), die ihre Blütezeit zwischen 1250 und 1500 hatte.
Dennoch hat es auch im deutschsprachigen Raum “französische” Kathedralen gegeben. Aber es ist bezeichnend, daß die beiden reinsten Nachahmungen im äußersten Westen zu finden sind: in Köln und Straßburg. Die Vorbilder für Köln (Baubeginn 1248), Bischofssitz und Pilgerzentrum wie Chartres, sind in Amiens (Chor) und Beauvais (Mittelschiff) zu finden. Für Straßburg sind Kontakte zu den Bauhütten in Reims, Chartres und Paris nachgewiesen.
Wie in Köln, so verzögerte auch in Straßburg der Streit zwischen Bürgerschaft und Bischof den Fortgang der Arbeiten. Und wie in Köln übernahm auch in Straßburg schließlich die Bürgerschaft die Verantwortung für den Weiterbau. Während der Bau des Kölner Doms jedoch nur langsam voranschritt, konnte das – deutlich kleiner angelegte – Langhaus des Straßburger Münsters bereits 1277 fertiggestellt werden. Als Meisterwerk gilt die monumentale Westfassade des Münsters. Weitere Bauten, die man noch als “klassische” Kathedralen bezeichnen kann, sind etwa der Dom von Regensburg, der aber – wie der Kölner – erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt wurde, sowie der Dom von Halberstadt (1239–1491).
Und das war es schon? Vor allem in Süddeutschland dürfte sich dagegen Widerstand erheben. Was ist mit dem Ulmer Münster (Baubeginn allerdings erst 1377), das immerhin den höchsten Kirchturm der Christenheit besitzt, und was mit Freiburg im Breisgau (Baubeginn um 1250), das stolz darauf verweist, daß es keinen schöneren Kirchturm auf Erden gebe. Beides sind ursprünglich keine Bischofskirchen, auch Freiburg wird dies erst 1827. Es sind Stein gewordene Machtsymbole eines reichen Bürgertums, das im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus wollte. Als “Pfarrkirche im Gewand einer Kathedrale” bezeichnet Pablo de la Riestra daher das Freiburger Münster, dessen Bauhütte eng mit jener in Straßburg verbunden war. 10 000 Einwohner hatte Ulm im 14. Jahrhundert, die Pfarrkirche sollte mehr als die doppelte Zahl aufnehmen können.
Auch der Wiener Stephansdom (mit dem Bau des gotischen Hallenchors wurde 1304 begonnen) war ursprünglich keine Bischofskirche – das ist er erst seit 1469. Doch auch architektonisch ist “der an Größe und Bedeutung wichtigste Hallenbau des 14. Jahrhunderts” keine klassische Kathedrale (eben weil er von seinem Charakter her eine Hallenkirche und keine Basilika ist). Dies gilt eher noch für den Veitsdom in Prag, das in dieser Zeit ebenfalls zum deutschen Kulturraum zu zählen ist.
In der deutschsprachigen Schweiz ist vor allem das spätgotische Münster von Bern zu nennen – eine dreischiffige Pfeilerbasilika, jedoch ohne Querhaus. Wie Ulm und Freiburg, so ist auch Bern nicht als Bischofs-, sondern als Pfarrkirche errichtet worden. Dazu paßt, daß die Pläne auf Matthäus Ensinger zurückgehen, einen der Baumeister des Ulmer Münsters. Natürliche gibt es noch zahlreiche andere bedeutende gotische Kirchenbauten, die der Erwähnung wert wären: in Stralsund, Wismar, Meißen, Soest, Nürnberg, Frankfurt am Main, Schwäbisch Gmünd… Alles in allem eine Liste, die sich nahezu beliebig fortsetzen ließe, ein Indiz dafür, daß die Gotik, wenngleich mit einiger Verzögerung, auch in Deutschland einen beeindruckenden Siegeszug angetreten hat. Nicht als bloße Kopie der französischen Vorbilder, sondern mit eigener schöpferischer Kraft.
Der Stil der Barbaren
“Erfinder dieser Manier war die Goten: sie ließen , nachdem sie die Werke der Alten zerstört und die Kriegsverheerungen auch die Architekten dahingerafft hatten, ihre Bauten durch die Überlebenden in solcher Weise errichten. Die Goten waren es auch , die spitzbogigen Wölbungen eingeführt und ganz Italien mit ihren verfluchten Machwerken erfüllt haben. Um ihren Scheußlichkeiten zu entgehen, meidet man (heute) jeden Anklang an die gotische Manier. Bewahre Gott die Völker künftig vor solchen Ideen und Machwerken, die der Schönheit unserer Bauweise gänzlich entbehren und verdienen, daß man nicht länger von ihnen rede als hier schon geschehen ist.” Giorgio Vasari (1511–1574)
Glossar
Basilika Im Kirchenbau versteht man darunter eine mindestens dreischiffige Anlage, wobei das Mittelschiff höher ist als die Seitenschiffe. Das Hauptschiff erhält sein Licht durch hohe, über den Seitenschiffen angeordnete Fenster.
Dom Von lateinisch “domus” = Haus. Ursprünglich Bezeichnung für die Wohnhäuser von Bischof und Domkapitel. Seit dem 15. Jahrhundert wird im deutschen Sprachraum auch die Bischofskirche selbst so bezeichnet.
Hallenkirche Meist dreischiffig. Die Seitenschiffe sind in der Regel gleich hoch wie das Hauptschiff, das daher auch nur indirekt – durch die Fenster in den Seitenschiffen – beleuchtet wird.
Kathedrale Von lateinisch “cathedra” = (Lehn-)Stuhl, den der Bischof nach seiner Amtseinführung besteigt. Daraus abgeleitet bezeichnet “Kathedrale” die Bischofskirche.
Kreuzgratgewölbe Entsteht, wenn zwei Tonnengewölbe rechtwinklig gekreuzt werden. Die Schnittstellen bilden diagonale Grate.
Kreuzrippengewölbe Weiterentwicklung des Kreuzgratgewölbes. An der Stelle der Grate werden Rippen gespannt bzw. unterlegt. Zum Teil übernehmen diese Rippen statische Funktion, in dem sie die Last des Gewölbes tragen und sie in die Pfeiler ableiten, zum Teil aber auch rein dekorativ.
Maßwerk Geometrisch konstruiertes Bauornament, meist zur Gliederung großer Fensterflächen, wie etwa den Rosetten der Kathedralen. Auch Brüstungen und Wände können durch Maßwerk untergliedert werden. Symbol der geordneten Schöpfung.
Münster Im deutschen Sprachraum oft synonym mit “Dom” verwendet. Abgeleitet von dem lateinischen “monasterium” = Kloster. Im Alt- und Mittelhochdeutschen (“munistri”, “munster”) zunächst Bezeichnung für die gesamte Anlage, später für die Kirche eines Klosters oder Stifts. Auch große städtische Pfarrkirchen (etwa Ulm) werden als “Münster” bezeichnet.
Strebewerk Wichtiges Element zur statischen Sicherung gotischer Kathedralen, bestehend aus Strebebogen und vorgelagertem Strebepfeiler. Die Strebebogen leiten die Schubkraft bzw. den Druck, der auf dem Gewölbe lastet, an die Strebepfeiler ab.
Zentralbau Anders als bei Basilika und Hallenkirche fehlt das Langhaus. Alle Teile sind auf einen Mittelpunkt ausgerichtet. Grundriß beispielsweise als Rundbau oder Oktogon.
Literaturtips: Günther Binding, Was ist Gotik. Eine Analyse der gotischen Kirchen in Frankreich, England und Deutschland 1140–1350, Primus Verlag, Darmstadt 2000.
Rolf Toman (Hrsg.), Die Kunst der Gotik Könemann Verlagsgesellschaft, Köln 1998.
Für junge Leser: David Macaulay, Sie bauten eine Kathedrale, Patmos Verlag, 12. Auflage, Düsseldorf 2000.
Benedikt Schaufelberger, Wie die Freiburger ihr Münster bauten, Herder Verlag, 3. Auflage, Freiburg im Breisgau 2000.
Ältere Literatur: Bodo W. Jaxtheimer, Knaurs Stilkunde Gotik, München/Zürich 1982. Wilhelm Rüdiger, Die gotische Kathedrale, Köln 1979. Hans Sedlmayr, Die Entstehung der Kathedrale, Zürich 1950. Otto von Simson, Die gotische Kathedrale, Darmstadt 1968.
CD-ROM: Kölner Dom. Ein virtueller Rundgang durch 2000 Jahre Kunst, Kultur und Geschichte, Verlag Kölner Dom e.V., Köln 1998.
Uwe A. Oster
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