Tischendorf hatte sich bis dato bereits einen Namen gemacht. In zahlreichen Reisen hatte er die Bibliotheken Europas und des Orients besucht und dort bislang als unleserlich geltende Handschriften entziffert. Die neutestamentliche Bibelübersetzung, so seine Überzeugung, müsse sich stärker an den ältesten noch vorhandenen Textzeugnissen orientieren. Seine eigene Bibelübersetzung suchte dem Rechnung zu tragen.
Aber nicht nur Wissenschaftler interessierten sich für seine Arbeit. Seine Reiseberichte, in etlichen Zeitungen Europas abgedruckt, fanden eine große Leserschaft. Eine prachtvolle, limitierte Faksimile-Fassung, die Zar Alexander mitfinanzierte, konnte er bereits nach drei Jahren herausgeben. 1863 entstand zudem eine erschwingliche Handausgabe, welche das Manuskript einem breiten Publikum zugänglich machte.





