Zwar wurde schon im 4. Jahrhundert für Kleriker und Laien das Glücksspiel verboten, vor allem, wenn es auch noch mit übermäßigem Alkoholgenuss einherging. Doch es gab durchaus erlaubte Spiele auch für Kleriker, etwa Ball- oder Brettspiele, die schon früh in der Klostererziehung eingesetzt wurden und später an den Universitäten oder bei Hof ihren Platz fanden. Lange vor Rousseau und seinem aufklärerischen Menschenbild, dem man dies gemeinhin zuschreibt, hielt man sportliche Spiele für Kinder als gesundheitsförderlich; Brettspiele wie Schach sollten die Tugend und Lernspiele den Wissenserwerb befördern. Und hohe Kleriker wie Bischof Nikolaus von Kues betätigten sich sogar als Spieleerfinder.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Sophie Caflisch
Spielend lernen
Spiel und Spielen in der mittelalterlichen Bildung
Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2018, 468 Seiten, € 46,–





