Der historische Prozess der friedlichen Revolution in der DDR war zwar eine landesweite Bewegung, doch in den einzelnen Städten hatte die Entwicklung unterschiedliche Gesichter und Facetten. Zum Jubiläum entschlossen sich daher einige Städte, die geschichtlichen Entwicklungen von 1989 an Schauplätzen der Revolution wieder greifbar werden zu lassen. Potsdam macht dabei den Anfang. Dort markiert seit Juli das Projekt „Spurensuche Ost – Revolution in Potsdam“ Orte in der Potsdamer Innenstadt mit Schautafeln, an denen die revolutionären Prozesse des Wendejahrs nachvollzogen werden können. Nicht nur auf die Ereignisse und deren Vorgeschichte wird dabei hingewiesen, auch Auswirkungen des Prozesses nach zwanzig Jahren Einheit werden interessierten Passanten vor Augen geführt.
Auf insgesamt 15 Gedenktafeln werden in öffentlichen Räumen Potsdams die Bedingungen und Geschehnisse um 1989 veranschaulicht. Auf dem Luisenplatz erinnert beispielsweise eine Tafel an die bis dahin größte Montagsdemonstration am 4. November 1989. Mehrere 10.000 Menschen forderten dort die Zulassung oppositioneller Parteien und die Durchführung freier demokratischer Wahlen. Neben dem Zustandekommen und der Organisation der Demo, wird erläutert wie erstmals mit „Stasi in die Produktion“-Rufen Unmut über das Überwachungssystem der DDR ausgedrückt wurde.
An der Stasi-Bezirkzentrale selbst erinnert eine Tafel an die Erstürmung des Amtes durch viele Potsdamer Bürger 4 Wochen nach der Maueröffnung. Es war bekannt geworden, dass von den noch immer tätigen Mitarbeitern der Behörde im großen Stil Akten vernichtet wurden. In einer kurzfristigen Aktion öffneten Bürgerrechtler mitsamt Staatsanwälten und Vertretern der Volkspolizei die Büros und Abhörzentralen. Viele aufgebrachte Bürger stellten dabei die Mitarbeiter der Stasi hinsichtlich ihrer Tätigkeit zur Rede. Mit Aktionen wie dieser wurde schließlich der Grundstein für die Aufarbeitung der SED-Diktatur gelegt. Eine Station, die über die Ereignisse von 1989 hinausblickt, steht an der Parkanlage der Neuen Gärten. In diesem Park, der heute den Weltkulturerbetitel trägt, erinnert eine Tafel an die Zerschneidung der Landschaft durch Mauer und Grenzanlagen und betont so die Errungenschaften der Einheit.





