Max Hollein bedankt sich beim Ehepaar Wiegand für ihr Vertrauen in das Städel Museum. „Die Sammlung Wiegand ist eine Schatzkammer der frühen Fotografiegeschichte. Es gibt kaum eine Fotografie-Sammlung, die mit derartig kuratorischer Präzision und Konzentration zentrale Werke der Fotografie zusammengetragen hat. Der logische Ort für ein solches Konvolut ist der museale Kontext. Erst das außerordentliche Entgegenkommen des Ehepaars Wiegand hat es uns ermöglicht, diesen Ankauf zu tätigen und so den Sammlungsschwerpunkt Fotografie im Städel weiter zu etablieren – hierfür gilt Uta und Wilfried Wiegand mein ganz besonderer Dank“, so Hollein.
Die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, Sylvia von Metzler, sprach von einer „historischen Chance“, die genutzt werden konnte: „Der Erwerb dieser Fotografie-Ikonen ist ein seltener Glücksfall – vergleichbare Privatsammlungen früher Fotografie gibt es nur ganz wenige. Darum freut es mich ganz außerordentlich, dass der Städelsche Museums-Verein als größter Mäzen des Museums die Städel-Sammlung mit solch einem bedeutenden Ankauf signifikant vorantreiben konnte.“ Großzügige finanzielle Unterstützung für den Ankauf erhielt der Städelsche Museums-Verein von der Kulturstiftung der Länder sowie der Hessischen Kulturstiftung. „Für diese herausragende Unterstützung sei beiden Stiftungen an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gedankt“, so von Metzler.
Mit über 200 hochkarätigen Werken aus der Sammlung der DZ BANK verfügt das Städel über einen herausragenden Bestand an Fotografie von 1945 bis in die Gegenwart. „Diesen Werken fehlte bislang allerdings der historische Anschluss an die Sammlung des Hauses. Durch den Erwerb der Sammlung Wiegand kann das Städel Museum nun die Geschichte der Fotografie als integralen Bestandteil der Kunstgeschichte von ihren Anfängen bis in die Gegenwart nachzeichnen“, so Dr. Felix Krämer, Sammlungsleiter Moderne im Städel Museum. Dabei werden die historischen Fotografien Seite an Seite mit Gemälden und Skulpturen der Epoche zu sehen sein. „Ich verspreche mir davon nicht nur eine lang überfällige Aufwertung der historischen Fotografie, sondern auch aufregende Impulse für die inhaltliche Beschäftigung mit Malerei und Skulptur“, so Krämer. Diese gemeinsame Präsentation stellt in Deutschland ein Novum dar. Technisch möglich wird sie durch neuentwickelte Lichtsysteme im Haus, die den unterschiedlichen konservatorischen Bedingungen gerecht werden. Zudem verfügen die Hauptwerke der Sammlung Wiegand über historische Bilderrahmen, was diese Präsentationsform auch unter ästhetischen Gesichtspunkten überzeugen lässt. Im Rahmen der Neupräsentation der ständigen Sammlung der Moderne, die am 17. November 2011 im Altbau des Städel eröffnet, werden die Fotografien der Sammlung Wiegand erstmals im Städel zu sehen sein.





