In der Verhandlung drängten sich die Schaulustigen. Es war der Sensationsprozess des Jahres. Vor Gericht stand Servius Sulpicius Galba, Patrizier, aufstrebender Politiker mit besten Verbindungen und soeben von einem siegreichen Feldzug in Lusitanien heimgekehrt. Man schrieb das 605. Jahr der Stadt Rom: 149 v. Chr.
Das Verfahren erregte deshalb besonderes Aufsehen, weil Galba schwerste Kriegsverbrechen zur Last gelegt wurden. Zu Anfang des Vorjahres hatte Galba die Lusitanier angegriffen, die sich der Eroberung seit Jahrzehnten widersetzten und selbst immer wieder Vorstöße auf römisches Gebiet unternommen hatten. Immer weiter rückte sein Heer im Westen der Iberischen Halbinsel vor. Man plünderte, raubte und brandschatzte. Das waren nach antikem Verständnis keine Kriegsverbrechen, sondern ganz normale Begleiterscheinungen militärischer Konflikte.





