Ernährungswirtschaftlich war der Krieg bereits im Frühjahr 1916 verloren. Brennnesselgemüse und Löwenzahnsalat standen schon lange in vielen Haushalten auf dem Speisezettel. Im Verlauf des Steckrübenwinters sank der Kaloriengehalt der täglichen Ration auf weniger als 1000 Kalorieneinheiten. Trotz einer verbesserten Versorgung im folgenden Jahr konnte das Niveau der ersten beiden Kriegsjahre nicht mehr erreicht werden. Lange Warteschlangen vor den Lebensmittelgeschäften, ironisch „Polonaise“ genannt, gehörten bald zum prägenden Stadtbild. Es waren vor allem Frauen, die die Hauptlast an der Heimatfront trugen. Sie kümmerten sich um Familie, industrielle Kriegsarbeit und Landwirtschaft. Der Krieg trug in die‧‧ser Hinsicht dazu bei, dass tradierte Geschlechterrollen aufgebrochen wurden.





