Bedeutende Schlacht des Ersten Weltkriegs
Bei der sogenannten Schlacht von Gallipoli (April bis August 1915), die in der Türkei als Schlacht von Çanakkale bekannt ist, kämpften neben Briten und Franzosen vor allem Soldaten des British Empire aus Australien und Neuseeland gegen osmanische, deutsche und österreichisch-ungarische Truppen. Die Besetzung der strategisch bedeutsamen Halbinsel war ein wichtiges Ziel der Entente-Mächte beim Durchbruch durch die Meerenge der Dardanellen. Zwar gelang es den Verteidigern, den Angriff erfolgreich abzuwehren, die Verluste auf beiden Seiten waren jedoch gewaltig: Beinahe die Hälfte der rund 700 000 eingesetzten Soldaten erlitten Verwundungen oder starben. Das alliierte Expeditionskorps musste schließlich von der Halbinsel evakuiert werden. Der gescheiterte Feldzug bedeutete einen Rückschlag im Kampf gegen die Mittelmächte.
Vergessen vs. Erinnern
Während die Schlacht in der europäischen Erinnerung an den Ersten Weltkrieg von anderen Ereignissen weitestgehend verdrängt wurde, nimmt sie im nationalen Gedächtnis der Türkei sowie Australiens und Neuseelands bis heute einen besonderen Platz ein: Der Einfluss von Gallipoli/Çanakkale auf das nationale Bewusstsein und die Identität der drei Länder ist unbestritten. So wird etwa in Australien und Neuseeland der 25. April, der Jahrestag der Landung auf der Halbinsel, noch heute als Gedenktag begangen.
Fotografien als lebendige Zeugnisse
Die Sonderausstellung „Çanakkale/Gallipoli 1915-2015″ des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien präsentiert nun eine Reihe von Fotografien, die nach Ansicht der Ausstellungsmacher ein lebendiges Zeugnis des bis heute nachwirkenden Geschehens ablegen sollen. Die meisten Bilder stammen von den Soldaten der beteiligten Nationen. Dokumentiert sind nicht nur die Ereignisse um die Schlacht selbst, sondern auch die Versorgung der Verwundeten durch Krankenschwestern und Ärzte. Aufnahmen von den Gräbern der Gefallenen und den Gedenkstätten für die Vermissten sollen die Besucher an die hohen Verluste bei diesem Feldzug erinnern und gleichzeitig den Stellenwert des Friedens verdeutlichen.
Die Ausstellung, die am 22. September 2015 in Anwesenheit des australischen, neuseeländischen und türkischen Botschafters eröffnet wurde, ist bis zum 10. Januar 2016 zu sehen.





