Hoch aufragende Giganten – die sogenannten Sarsensteine sind die eindrucksvollsten Bauelemente der Monumentalanlage von Stonehenge. Doch woher stammten diese Megalithe? Dieser Frage sind nun Forscher durch Untersuchungen der geochemischen Signatur des Materials nachgegangen. Vergleiche ergaben, dass die meisten Sarsensteine von den etwa 25 Kilometer entfernten West Woods in Wiltshire herbeigeschleppt wurden.
Der prähistorische Steinkreis im Süden Englands gehört zu den berühmtesten Bauwerken der Menschheit. Man geht davon aus, dass Stonehenge vor etwa 4500 Jahren errichtet wurde und anschließend lange Zeit ein kulturelles Zentrum darstellte. Bei den Hauptstrukturen der Monumentalanlage handelt es sich um Formationen aus bearbeiteten Steinen unterschiedlicher Größe, die um ein Zentrum gruppiert sind. Die Frage nach der Herkunft der Bausteine sowie die Transportmethoden und -wege beschäftigt Archäologen und Geologen schon lange.
Woher kamen die großen Brocken?
Für den Bau wurden hauptsächlich zwei Gesteinsarten verwendet. Die aus einem speziellen Sandsteinmaterial bestehenden Sarsensteine bildeten die größten Strukturen der Anlage. Die größten Exemplare sind über neun Meter hoch und 25 Tonnen schwer. Für andere Formationen wurden hingegen kleinere Dolerit-Blöcke eingesetzt, die wegen ihres Farbtons Blausteine genannt werden. Diese „exotischen“ Steine standen bisher im Fokus der Forschung, denn im Gegensatz zu den Sarsen schien klar, dass sie nicht aus der Region stammen konnten. Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Erbauer die rund zwei Tonnen schweren Blausteine von den rund 300 Kilometer weit entfernten Preseli Hills in Wales auf die Salisbury Plain gebracht haben.
Im Fall der Sarsensteine ging man hingegen bisher davon aus, dass sie aus der näheren Umgebung von Stonehenge herangeschafft worden waren, denn es gibt in der Region Vorkommen dieser Gesteinsart. Heute sind noch 52 der ursprünglich etwa 80 Sarsensteine in Stonehenge erhalten geblieben. Dazu gehören auch alle 15 Steine der Trilithen, die aus zwei Tragsteinen und einem aufliegenden Deckstein bestehen. Als ein besonderer Sarsenstein in Stonehenge gilt zudem der sogenannte Heelstone, der sich etwas abseits am nordöstlichen Ausgangs der Anlage befindet.
Geochemische Fingerabdrücke weisen auf den Ursprung
Um nun die Herkunft dieser beeindruckendsten Bauelemente genauer zu lokalisieren, haben die Wissenschaftler um David Nash von der University of Brighton die geochemische Zusammensetzung der Sarsensteine von Stonehenge erfasst. Dabei kamen tragbare Geräte zur Röntgenfluoreszenzspektrometrie zum Einsatz. Aus den Ergebnissen ging zunächst hervor, dass abgesehen von zwei Ausnahmen alle Steine die gleichen Merkmale besitzen – also vermutlich einen gemeinsamen Ursprung besitzen.





