Die natürlichen Wasserstraßen – kleine und große – ersetzten den Römern die Autobahnen. Doch wie genau waren römische Schiffe – oder besser: Boote – beschaffen? Woraus waren sie gemacht? Mit welcher Technik wurden sie bewegt? Welche Geschwindigkeiten konnten sie erreichen und welche Strecken zurücklegen? Wer waren die Ruderer? Antworten auf diese Fragen sind zum Teil überliefert – doch wie fühlte sich das in der Realität an? Dem wollen FAU-Forscher um den Althistoriker Boris Dreyer gemeinsam mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern und Freiwilligen auf die Spur kommen. Einen Namen hat das künftige Boot bereits: „Fridericiana Alexandrina (Navis)” – kurz: FAN. Erkundet werden sollen damit die Wasserstraßen in Franken, unter anderem der Main-Donau-Kanal.
Dreyer will das ambitionierte Experiment mit neuen Fragestellungen wagen: Das Team hat sich vorgenommen, nicht nur einen ganz anderen Typ als bei bisherigen Modellen zu bauen, sondern auch die antiken Rudertechniken zu rekonstruieren. Nur so können die Wissenschaftler erforschen, wie viel Krafteinsatz tatsächlich nötig war und auf welche Distanzen man das Boot einsetzen konnte. Vorbild sind die in Oberstimm bei Manching gefundenen Bootswracks, die dort im Kelten-Römer-Museum – ebenfalls ein Kooperationspartner des Projekts – ausgestellt sind.
Ist das Boot fertig, soll es zum 275. Geburtstag der Universität im Jubiläumsjahr 2018 seine Jungfernfahrt unternehmen und während der Sommermonate auf dem Main-Donau-Kanal die drei Universitätsstädte Erlangen, Fürth und Nürnberg mit Fahrten verbinden.





