Bis dato sind die Münzen im Römermuseum Schwarzenberg (http://www.roemermuseum-schwarzenacker.de/) in Schaukästen zu sehen, bei denen die Besucher einen gewissen Abstand zu den Jahrtausende alten Zahlungsmittel halten müssen. „Wir möchten die Münzen in Plexiglasscheiben einfassen, die wir wie eine Art Hängetableau an der Wand befestigen möchten. So können die Besucher die Münzen ‚durchblättern’. Schließlich muss man nahe ran, um die wichtigen Details und beide Seiten zu erkennen“, erklärt Studentin Heike Schröder.
Aus diesen Details lesen die angehenden Expertinnen und Experten eine ganze Menge Fakten über die Zeit. „Münzen sind wahre Informationsquellen. Werden sie zu einer Zeit geprägt, in der ein Kaisersohn geboren wurde, sehen sie ganz anders aus als Münzen, die zu Kriegszeiten oder während einer schlimmen Epidemie geprägt worden sind“, erklärt Lisa Hovenbitzer. „Münzen waren auch immer Mittel staatlicher Propaganda. Manche Kaiser ließen sich als Soldaten abbilden. Andere Kaiser sind eher naturgetreu dargestellt. Nero zum Beispiel hatte ein ausgeprägtes Doppelkinn auf den Münzen mit seinem Abbild. Wie seines sind die Abbilder einiger Kaiser wohl nur wenig idealisiert“, sagt die Studentin.
Anhand der Münzen können die Wissenschaftler auch Rückschlüsse auf Handelswege und Wirtschaftsstrukturen des Römischen Reiches gewinnen. „Ähnlich wie heute der Euro in den einzelnen Mitgliedsländern der Währungsunion geprägt wird, wurden in der Spätantike auch Münzen in dutzenden Stätten in ganz Europa geprägt, zum Beispiel in Trier, Lyon und Arles“, führt Archäologe Thomas Kreckel aus. Je nach Häufigkeit der Münzen aus den verschiedenen Prägestätten können die Wissenschaftler nachvollziehen, auf welchen Wegen die Waren innerhalb des Imperiums gehandelt wurden.
Insgesamt umfasst die Schau die Zeitspanne der Regentschaft von 61 Kaisern bis zu Arcadius, dessen Herrschaft im Jahre 408 n. Chr. endete. Neben erklärenden Tafeln, die die Geschichte anhand der gezeigten Münzen erklären, sollen die Regierungszeiten der Kaiser und die wichtigsten Ereignisse für die Römerstadt Schwarzenacker auf einer gut fünf Meter langen Zeitleiste skizziert werden. Darüber hinaus wollen die Studenten tellergroße Modelle von römischen Münzen und einer Euromünze herstellen, die Schulkinder wie ein Puzzle zusammenbasteln können. „Damit möchten wir auch den jüngsten Besuchern vermitteln, wie ähnlich sich die Zahlungsmittel damals und heute sind“, sagt Studentin Heike Schröder.
Mit solchen Projekten lernen die Studenten die praktischen Seiten ihres Studiums kennen. Heike Schröder beispielsweise reizt besonders, wie sie lernt, auch auf die Kleinigkeiten bei der Organisation einer Ausstellung zu achten. „Wir müssen zum Beispiel darauf achten, dass die Ausstellung leicht zu transportieren ist, wenn sie einmal in einem Multifunktionsbau des Museums gezeigt werden soll, der derzeit noch in Planung ist“, sagt sie. „Außerdem merke ich mir die Fakten viel besser, wenn ich sie nicht nur für eine Klausur lerne.“





