Als Folge der normannischen Eroberung Süditaliens seit dem frühen 11. Jahrhundert waren dort unterschiedliche Herrschaftsbereiche entstanden, die Roger II. unter Ausnutzung dynastischer Zufälle und eines Papstschismas 1130 unter seiner Herrschaft zu einem neuen Königreich vereinigte. Zwar war der Papst Lehnsherr dieses regnum Siciliae, doch leistete sich Roger Eigenständigkeit bis hin zum offenen Konflikt. Sein Königreich, dessen nördliche Grenze kaum 50 Kilometer von Rom entfernt war, umfasste das süditalienische Festland einschließlich der Insel Sizilien. Auf Sizilien und besonders in Palermo hatte die seit dem 6. Jahrhundert wechselnde, erst byzantinische, dann arabische, dann normannische Herrschaft multi-ethnische und multireligiöse Verhältnisse entstehen lassen. Friedliche Koexistenz hatte so lange Bestand, wie die dünne Schicht der normanni‧schen Eroberer und mit ihnen das christlich-lateinische Element in der Minderheit war.
Die Gründung des Königreichs und die darauf folgende starke Einwanderung vom italienischen Festland führte jedoch rasch zur Marginalisierung vor allem der Muslime. Konfliktträchtig war auch der Anspruch vieler normannischer Barone und Städte auf dem Festland, ihre bisherige Autonomie gegen die monarchische Zentralregierung in Palermo zu verteidigen („Festlandsopposition“). Angesichts solcher existentieller Bedrohungen wurde die unnachsichtige Niederschlagung von Rebellionen zu einem Markenzeichen des Mehrvölkerstaats, der das regnum Siciliae war. Die Gesetze Rogers II. (die sogenannten Assisen von Ariano) betonten den absoluten Herrschaftsanspruch des Königs und bedrohten jede kritische Diskussion seiner Ur‧teile, Anweisungen oder Taten als Majestäts‧verbrechen mit dem Tod. In diesen Traditionen stand die autokratische Herrschaftsausübung Friedrichs II.
Die Vereinigung des Normannenreichs mit dem staufischen Imperium (unio regni ad imperium) wurzelte in einem Heiratsbündnis, das Friedrich Barbarossa 1186 nach langen Konflikten mit Rogers Enkel, König Wilhelm II., schloss: Heinrich VI., Sohn und Nachfolger des Staufers, heiratete Konstanze, eine Tochter Rogers II. Als Wilhelm II. 1189 kinderlos starb, erbte Konstanze das regnum Siciliae. Heinrich setzte das Erbrecht seiner Gemahlin und den Anspruch, den die römisch-deutschen Kaiser als Nachfolger der antiken Imperatoren auch auf Süditalien erhoben, mit seiner Krönung in Pa‧lermo am Weihnachtstag 1194 durch. Nur zwei Tage später brachte Konstanze in Jesi bei Ancona einen Sohn zur Welt, der nach seinen beiden Großvätern auf den Doppelnamen Roger Friedrich getauft – und im Alter von zwei Jahren auch zum deutschen König gewählt – wurde. Der Widerstand, der sich nach dem Tod Heinrichs VI. 1197 gegen eine Fortsetzung des staufischen Königtums in Deutschland erhob, verhinderte jedoch das Königtum des Minderjährigen. Bis 1208 standen sich Friedrichs Onkel Philipp von Schwaben und der Welfe Otto IV. im Thronstreit gegenüber.





