Zudem konnten seine wissenschaftlichen Prognosen und Modelle die an sie geknüpften Versprechen nicht einlösen. Die Mitübernahme des Finanzressorts 1971 erleichterte seine Arbeit als Wirtschaftsminister nicht unbedingt: Schiller überschritt zeitweise als „Superminister“ die Grenze seiner Belastbarkeit. Als im Kabinett schließlich eine eher unwichtige Vorlage zur Devisenkontrolle eingebracht wurde, gegen die er sich erfolglos zur Wehr setzte, war für ihn das Maß voll. Am 2. Juli 1972 bat er in einem Schreiben voller Verbitterung den Bundeskanzler und Freund Willy Brandt um seinen Rücktritt. Schiller hatte schon zuvor Rücktrittsgesuche vorgelegt, doch dieses Mal entsprach Brandt dem Wunsch, wohl auch, um die Fraktion vor den vorgezogenen Neuwahlen zu befrieden. Zum Nachfolger bestimmte Brandt ausgerechnet Schillers größten politischen Gegner – Helmut Schmidt.





