Nun sind in Karlsruhe auch die Leihgaben aus einem weiteren archäologisch bedeutsamen nordafrikanischen Land eingetroffen: Aus Algerien, genauer dem Archäologischen Nationalmuseum in Algier, stammen die berühmten „Tablettes Albertini“, die nach ihrem Entdecker und ersten Erforscher Emile Albertini benannt sind. Er fand die Zedernholztäfelchen 1928. Diese mit einer Art Tinte beschrifteten Holztäfelchen sind einzigartige Zeugnisse des Wirtschaftslebens und des Rechtsbrauches im Vandalenreich und geben einen wichtigen Einblick in den ge-sellschaftlichen Alltag zur Vandalenzeit in Nordafrika.
Neben diesen Täfelchen ist ab dem heutigen Freitag, 4. Dezember, eine Marmorstatuette aus dem späten 4. Jahrhundert aus Madauros (heute Algerien) zu sehen, die gelegentlich als Knabenporträt des heiligen Augustinus bezeichnet wird, sowie ein Mosaik des 5. Jahrhunderts mit einer Inschrift, die sich auf den immerwährenden Frieden der Gemeinschaft der, so wörtlich, „katholischen“ Kirche bezieht. Dass diese Leihgaben erstmals in Deutschland gezeigt werden können, verdankt das Badische Landesmuseum dem besonderen Engagement des Generaldirektors der algerischen Antiken- und Denkmalbehörde, Dr. Mourad Bouteflika, der mit dem Badischen Landesmuseum eine dauerhafte freundschaftliche Kooperation anstrebt. „Wir freuen uns über diese neue Partnerschaft des wechselseitigen Gebens und Nehmens auf gleicher Augenhöhe“, sagte der Direktor des Badischen Landesmuseums Professor Dr. Harald Siebenmorgen. Denn auch nach der Ausstellung zu den Vandalen wollen die beiden Institutionen weiter zusammenarbeiten – so mit einem Workshop im Mai 2010 in Algier, bei dem Wissenschaftler und Restauratoren des Badischen Landesmuseums algerische Museumsmitarbeiter in verschiedenen Belangen der Museologie fortbilden und sich mit ihnen über Fragen der Erhaltung austauschen. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Goethe-Institut in Algier.





