Im historischen Gedächtnis der Moderne hat dieses bedeutende östliche Imperium kaum Spuren hinterlassen. Nicht als Großmacht aus eigenem Recht nimmt die klassische Altertumswissenschaft die Parther meist wahr, sondern lediglich als – meist lästigen, bisweilen gefährlichen – Gegner Roms. Und für die Altiranistik führt die Partherzeit ein wenig schmeichelhaftes Sandwichdasein zwischen den Hochphasen persischer Machtentfaltung unter Achaimeniden (6. bis 4. Jahrhundert v. Chr.) und Sasaniden (224/226 – 651).
Die lange Vernachlässigung erklärt sich nur zum Teil aus der relativen Quellenarmut: Die Partherzeit ist kein dunkles Zeitalter zwischen exzellent dokumentierten Perioden der iranischen Geschichte, wenngleich die Zeugnisse gewiss nicht dicht gesät sind. Was also wissen wir über die Geschichte der Parther und ihrer Könige, der Arsakiden? Woher beziehen wir unsere Informationen? Und wie kam es, dass ein obskurer Stamm aus dem iranischen Hochland eine Weltmacht zwischen dem Mittelmeer und Indien begründen konnte, ohne dass man im Westen viel davon mitbekam? …
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