Nachdem die Hobbytaucher die israelische Antikenbehörde verständigt hatten, ließ diese den Goldschatz vollständig bergen. “Die Münzen sind in einem ausgezeichneten Zustand”, berichtet der Numismatiker Robert Cole von der israelischen Antikenbehörde. “Obwohl sie seit rund 1000 Jahren am Grund des Meeres lagen, müssen sie nicht gereinigt oder anderweitig konserviert werden.” Der Grund dafür liegt in ihrem Material: Das Edelmetall Gold ist gegen Korrosion beständig und reagiert weder an der Luft noch im Wasser mit anderen Stoffen.
Ein nettes Detail: An einigen Münzen sind deutliche Zahn- und Bissspuren zu erkennen, andere sind verbogen. Das belegt, dass Händler oder Besitzer sie damals auf die klassische Weise auf ihre Echtheit testeten: Ist das Metall weich genug, um durch Beißen oder Biegen verformt zu werden, ist es Gold. Lässt es sich dagegen nicht eindrücken, ist es eine Fälschung aus minderen und damit weniger weichen Metallen.
Gold aus der Fatimiden-Herrschaft
Wie die Forscher berichten, ist die älteste Münze im Schatz ein Vierteldinar, der im 9. Jahrhundert in Palermo geprägt wurde. Die meisten Goldmünzen sind jedoch rund 100 bis 200 Jahre jünger und stammen aus Ägypten und Nordafrika. Sie gehörten vermutlich zum Besitz des Kalifen Al-Hakim und seines Sohnes Al-Zahir, die in dieser Zeit über Ägypten und Teile des Nahen Ostens herrschten. Cäsarea war damals eine blühende Hafenstadt, die ebenfalls im Herrschaftsbereich der Fatimiden lag.
Dass die Goldmünzen damals einiges wert waren, zeigt der Vergleich mit historischen Aufzeichnungen. Nach diesen mussten beispielsweise muslimische Bewohner der umliegenden Siedlungen gut einen Dinar an Steuern pro Jahr zahlen – zusätzlich zur Hälfte ihrer Ernte. In Dokumenten aus Kairo findet sich ein Bericht über ein Lösegeld für jüdische Gefangene, das bei 500 Golddinaren lag. Die 2000 Goldmünzen waren demnach damals ein nicht unbeträchtlicher Schatz.
Stammt der Schatz aus einem Wrack?
Wie diese Münzen auf den Grund des Meeres gelangten, ist bisher nicht klar. “Vielleicht liegt hier das Wrack eines Schiffes, das mit eingesammelten Steuergeldern unterwegs nach Ägypten war”, mutmaßt Kobi Sharvit, Leiter der marinen Archäologie der israelischen Antikenbehörde. Möglich sei aber auch, dass mit diesem Gold die Löhne der Soldaten in der Militär-Garnison der Fatimiden in Cäsarea bezahlt werden sollten. “Einer anderen Theorie nach stammt dieses Gold von einem großen Frachtschiff, das entlang der Mittelmeerküste Handel trieb und hier sank”, so Sharvit.
Er und seine Kollegen planen nun weitere Untersuchungen des Fundgebiets und – falls etwas auf ein Wrack hindeutet – auch dessen Bergung. “Das könnte die viele Fragen beantworten, die im Zusammenhang mit diesem Schatz noch offen sind”, so Sharvit. Vor allem könne es dabei helfen, den historischen und archäologischen Kontext aufzuklären.





