Das Marine-Luftschiff aus dem Ersten Weltkrieg unternahm seine Erstfahrt im Herbst des Jahres 1915. Bereits nach zwei Monaten und einer Gesamtfahrzeit von nur 48 Stunden und 20 Minuten explodierte SL 6 jedoch in der Nähe seines Heimathafens Seddin kurz nach dem Aufstieg im November 1915. Von der 20-köpfigen Besatzung überlebte niemand.
Zu den Opfern zählte auch der Erste Offizier Hans Schaper. Der Reserveleutnant war seit gut einem Jahr mit Erna Heberling verheiratet. Zur Erinnerung an ihren Mann übergab die Marine der jungen Frau einige Dreiecksträger aus den Hauptringen des Luftschiffs. Die Witwe baute daraus eine Art Regal im Dachboden des Hamburger Fischerhauses aus dem 18. Jahrhundert, das ihre Mutter im Jahr 1906 für sich und ihre drei Töchter gekauft hatte. Erna Schaper lebte bis zu ihrem Tod zusammen mit einer Nichte in dem Reetdachhaus. Sie heiratete nach dem Tod ihres Mannes nicht wieder.
Das Fischeraus blieb über 100 Jahre in Familienbesitz und wurde erst dieses Jahr von einem Nachkommen verkauft. Die neuen Besitzer entdeckten das ungewöhnliche Regal beim Umbau und wandten sich mit ihrem Fund an das Zeppelin Museum in Friedrichshafen. Dort ergänzt das Objekt mit der außergewöhnlichen Geschichte nun die Sammlung.





