Der thematische Teil beginnt mit einer knappen Darstellung der keltischen Geschichte von etwa 800 v. Chr. bis zur Niederlage des Vercingetorix. Aussehen, Kleidung, Wesen, Nahrung und Wohnstatt der Kelten wird im Anschluß behandelt. Sprache der Kelten, ihr Kalender, ihre technischen Fertigkeiten, ihr Götterhimmel und ihre Weltvorstellungen werden auf den restlichen Seiten geschildert. Anschauliche Abbildungen ergänzen die Darstellung.
Der Band sprich ein breites Publikum an, indem er sich auf das wesentliche beschränkt, und führt unterhaltsam in die Welt der Kelten ein. Der sehr umgangssprachliche Stil wird seine Liebhaber finden, stößt aber bei manchem Leser eventuell auf wenig Gegenliebe.
Amüsante Anekdoten machen einen erheblichen Teil des Textes aus. Exkurse in esoterisch verklärte Kreise oder Schilderungen des Schwalbennestbaus im Zusammenhang mit der Ziegelfertigung der Kelten, verleiten zum Schmunzeln, haben jedoch geringen Informationswert.
Archäologische Quellen werden bisweilen eigentümlich interpretiert. So sollen etwa glubschäugige keltische Statuetten demonstrieren, wie es um das Aussehen der Kelten bestellt war. Historisierende Abbildungen werden nicht als solche kenntlich gemacht und könnten Mißverständnisse verursachen. Die Äußerung: „Ich habe das bedenkliche, ja obszöne Bild einer keltischen Göttin der Fruchtbarkeit mit überdimensionaler Vulva absichtlich nicht hierher gesetzt.“, spricht nicht für kunstgeschichtliches Verständnis.
Der zweite Teil, der Reiseführer zu ausgewählten keltischen Zeugnissen, überzeugt. Er bietet leicht zu befolgende Wegbeschreibungen und eine unterhaltsame Schilderung der Situation vor Ort, die auf dicht überwachsene Grabhügel und falsche Beschilderung eingeht. Großformatige Bilder geben einen ersten Eindruck des Erhaltungszustands der Stätten.
Eine Karte verzeichnet Viereckschanzen, Keltenstätten und Keltenmuseen. Ein Orts- und Personenregister, ein knappes Literaturverzeichnis und eine Zeittafel ergänzen den Band sinnvoll.
Rezension: Sommer, Christopher





