Offiziell ernannte zwar der Senat die Herrscher, de facto widersetzten sich die Aristokraten jedoch keinem Prätendenten, hinter dem die Prätorianer standen. So kam es nun, wie der Zeitgenosse Cassius Dio angewidert schildert, zu einer denkbar unwürdigen Szene: „Denn wie auf einem Markt oder in einer Versteigerungshalle wurden Rom selbst und sein ganzes Reich angeboten.“ Iulianus erhöhte die von seinem Konkurrenten gebotenen 20 000 Sesterzen Prämie pro Soldat um 5 000, und tatsächlich riefen die Soldaten Iulianus begeistert zum Kaiser aus; der Senat bestätigte ihn.
Im selben Jahr traten in den Provinzen allerdings drei weitere Bewerber um den Thron auf den Plan. Iulianus wurde wenige Monate später in seinem Palast von denselben Soldaten erschlagen, deren Treue er kurz zuvor gekauft hatte. Den seinerzeit unterlegenen Sulpicianus ließ der neue Kaiser Septimius Severus hinrichten; nur dieser selbst durfte eines natürlichen Todes sterben.





