Als böse Bauern ohne Tugend, adliges Blut oder Mäßigung, die den christlichen Glauben und die Ehre des Reiches wie der deutschen Nation zerstören, verdammte Kaiser Maximilian im Frühjahr 1499 die eidgenössischen Orte. Sein Aufruf zum Reichskrieg war allerdings wenig erfolgreich. Vielmehr plünderten die Eidgenossen im Schwaben- oder Schweizerkrieg von 1499 süddeutsches Gebiet und errangen schließlich die Landeshoheit über den Thurgau.
Eidgenossen versus Reich, Bauern versus Adlige, Katholiken versus Reformierte, Kuhschweizer versus Sauschwaben – zahlreiche Gegensätze und propagandistische Feindbilder überlagerten sich im Lauf der damaligen Zeit. Dies führte zu einer Entfremdung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen am Hochrhein und am Bodensee, die bis in die Gegenwart nachwirkt.
Blick auf Politik und persönliche Erlebnisse
In der Ausstellung „Zankapfel Thurgau”, die noch bis Januar 2016 im Schloss Frauenfeld zu besichtigen ist, greift das Historische Museum Thurgau diese Geschichte nun auf: In einem multimedialen Rundgang werden die für den späteren Kanton wegweisenden Ereignisse am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit beleuchtet. Neben dem politischen Geschehen erfährt der Besucher auch, wie die Menschen im Thurgau die turbulente Übergangszeit zur eidgenössischen Herrschaft erlebt haben und wie die Abgrenzung von „Schwaben” und „Schweizern” – bei der auch Schimpfwörter eine große Rolle spielten – allmählich vonstattenging.
Das Schloss als Hauptattraktion
Das Hauptobjekt der Ausstellung stellt dabei das Schloss selbst dar: Die Übergabe der habsburgischen Anlage an die eidgenössischen Orte 1534 markierte einen Schlusspunkt im Prozess der „Verschweizerung” des Gebiets. Seit dieser Zeit diente das mittelalterliche Schloss als Landvogteisitz, dessen reich ausgemalter Gerichtssaal die eidgenössische Herrschaft im Thurgau repräsentierte.





