Im Winter 1942 erschien in der Wehrmachtszeitschrift „Unser Heer“ ein Bericht über den Schäferhund Greif. Das Tier, so hieß es dort, sei „schneidig und flink, zäh und verbissen, treu und gehorsam, mutig und ausdauernd“, eben ein vorbildlicher Hundesoldat. Ein Foto zeigte ihn mit gespitzten Ohren und fokussiertem Blick, flankiert von seinem Hundeführer in Uniform. Die begleitende Charakterbeschreibung las sich wie ein Lehrbeispiel militärischer Tugend. Von individuellen Eigenheiten war keine Rede. Denn Greif war nicht einfach ein Tier, sondern eine Verkörperung des Ideals, das die nationalsozialistische Tierzucht und Kriegspropaganda formten: den disziplinierten, verlässlichen Gefährten des Soldaten, der seine Aufgabe instinktiv erfüllt.





