Eine pietätvolle Einleitung durch Zitate von Augenzeugen, hinter die qualitätsvolle Fotos gelegt sind, bietet einen gelungenen Einstieg für die folgenden Seiten. Diese führen die Leser vom Bau der Titanic in Belfast über deren geplante Reise von Southampton nach New York bis hin zur Kollision mit dem Eisberg und dem Untergang des „unsinkbaren“ Schiffes. Man erfährt, warum es vielen sicherer schien, auf der Titanic zu bleiben, als in die Rettungsboote zu gehen und kann das umfassende Protokoll des Funkverkehres studieren. Doch Wiese geht noch weiter und erzählt von der Berichterstattung der Medien und der Rezeption des Ereignisses bis in die heutige Zeit.
Dabei bietet das Buch eine wohlgewählte Mischung aus Hintergrundartikeln, persönlichen Schicksalen, Detailinformationen und Exkursen. Man liest über Arbeit und Leben der „Männer der ersten Stunde“, die die Titanic in der Werft „Harland & Wolff“ zusammenschraubten, kann die vollstände Liste der Crewmitglieder und ihrer Funktionen einsehen, erhält Eindrücke aus dem privaten Fotoalbum eines Mitgereisten oder kann sich mit der Frage, wie selbstlos Menschen in Krisensituationen sind, auseinandersetzen.
Eine Darstellung verschiedener Orte und Museen, an denen man der Titanic auch heute noch nahe kommen kann, rundet das Buch ab und macht Lust, dem Mythos Titanic auf eigenen Füßen hinterher zu spüren – zum Beispiel in einem Nachbau der Innenräume des Schiffes im Besucherzentrum Titanic Belfast.
Rezension: Jette Nagel





