Die Kölner Königschronik berichtet, der Herrscher habe den Frauen auf der Burg nicht nur freien Abzug gestattet, sondern ihnen auch erlaubt, mit sich zu nehmen, „was sie auf ihren Schultern zu tragen vermochten“. Die Frauen indes überlegten nicht lange, „ließen das Hausgerät beiseite und stiegen herab, indem sie ihre Männer auf den Schultern trugen“. Die zunächst vergessene Episode wurde um 1500 wiederentdeckt und gedruckt. Die Geschichte von den „treuen Weibern von Weinsberg“ begann sich von ihrem historischen Kontext zu lösen, wandelte sich zur Sage und wurde in der Kunst aufgegriffen. Selbst die Burg Weinsberg erhielt einen neuen Namen: Die Ruinen der einst stolzen Anlage heißen nun „Weibertreu“.





