Unter den hochrangigen Exponaten befinden sich das Portrait des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach von Lukas Cranach d. Ä. aus dem Jahr 1528, Gemälde höchster Qualität aus dem 17. Jahrhundert aus Danzig, das Monumentalwerk „Preußische Huldigung“ von 1882 von Jan Matejko, Meisterwerke der Holzschnitzkunst von Veit Stoß, der wertvolle Schatzfund aus Neumarkt und kostbare Handschriften.
In die Ausstellung werden immer wieder auch Werke von politisch motivierten und international arbeitenden, zeitgenössischen Künstlern eingeflochten, unter anderem von Mirosław Bałka, Krzysztof Bednarski, Edward Dwurnik, Jochen Gerz, Anselm Kiefer, Gerhard Richter, Wilhelm Sasnal, Gregor Schneider, Günther Uecker, Piotr Uklanski, Luc Tuymans, Krzysztof Wodiczko und Andrzej Wróblewski. Diese Exponate können gewissermaßen als Fußnoten oder Kommentare zu den historischen Ereignissen angesehen werden, durch die ein aktueller Blickwinkel auf die Vergangenheit eröffnet wird.
Die dynastischen Verbindungen des polnischen Königshauses mit anderen Adelshäusern bilden den Auftakt. Sie verdeutlichen den europäischen Kontext der polnisch-deutschen Beziehungen. Insbesondere die Heiratspolitik der Jagiellonen – ihre Verbindungen mit den Hohenzollern und den Habsburgern sowie die Blütezeit der polnischen Wasa-Dynastie. Sie werden durch Portraits u.a. von Cranach d. Ä., Hans Maler zu Schwaz, Martin Kober und Pieter Danckerts de Rij versinnbildlicht. Die Kunstwerke stellen die persönlichen Verbindungen zwischen den europäischen Adelshöfen dar und vermitteln einen lebendigen Eindruck einer glanzvollen Epoche, die eine einzigartige kulturelle Blüte der polnischen Monarchie hervorbrachte.
Auch die außergewöhnlichen Ausstellungsstücke aus dem legendären Brautschatz der polnischen Prinzessin Anna Katharina Konstanze, die in der Ausstellung gezeigt werden, lassen den Reichtum jener Zeit erahnen, der auf 70 Wagenladungen verteilt werden musste, als die Prinzessin nach ihrer prunkvollen Hochzeit in der Warschauer Johannes-Kathedrale zu ihrem Ehemann Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg aufbrach.
Einmalig ist, dass dank der Unterstützung von Sammlungen aus ganz Europa alle 10 erhaltenen Kupferstichmotive und alle bekannten Zeichnungen des meisterlichen Bildschnitzers Veit Stoß präsentiert werden können. Sein Leben und Werk ist für die deutsche und die polnische Kunstgeschichte gleichermaßen von Bedeutung. Seine wichtigste künstlerische Schöpfung fertigte er in den Jahren 1477-89 in Krakau an: den Krakauer Marienaltar, der als eines der bedeutendsten Flügelretabel des Spätmittelalters gilt. Veit Stoß war Bürger Nürnbergs und Krakaus – sein Werk steht in der Ausstellung für die enge kulturelle Verbindung beider Städte im 14. und 15. Jahrhundert. Im Martin-Gropius-Bau werden sowohl Skulpturen aus der polnischen als auch aus der deutschen Schaffensperiode gezeigt. Darunter zwei Figurengruppen und eine Entwurfszeichnung zum sog. Bamberger Altar. Sie stammen aus Veit Stoß’ Nürnberger Periode und geben ein lebendiges Zeugnis der Virtuosität des Künstlers.





