Angesichts dieser spannungsvollen Geschichte werden die zahlreichen kulturellen, religiösen, sprachlichen und wirtschaftlichen Gemeinsamkeiten, die es zwischen den Nachbarn gibt, häufig vernachlässigt. Eine neue Ausstellung unter dem Titel „Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte“ möchte nun das Bewusstsein für die deutsch-polnischen Gemeinsamkeiten schärfen. Geeigneter Anlass, den nachbarschaftlichen Dialog zu fördern und damit einen Beitrag für eine beständige deutsch-polnische Freundschaft zu leisten, ist die EU-Ratspräsidentschaft, die seit Juli 2011 die Republik Polen inne hat.
Über 700 historische und moderne Zeugnisse der Kulturen Polens und Deutschlands werden auf 3200 Quadratmetern präsentiert, darunter 250 Gemälde, 30 Skulpturen, 80 Handschriften, 60 Inkunabeln und 60 Grafiken, außerdem Dokumente, Fotografien, Filmmaterial und kunsthandwerkliche Gegenstände. Daneben sind Klangbeispiele von Arnold Schönberg und Johann Sebastian Bach zu hören. Höhepunkt der Ausstellung ist jedoch Jan Matejkos Monumentalwerk „Preußische Huldigung“ von 1882. Das Monumentalwerk, das sich normalerweise im Nationalmuseum in Krakau befindet, zeigt Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach, der dem polnischen König Sigismund I. den Lehnseid leistet.
Bronisław Komorowski, Staatspräsident der Republik Polen, und Bundespräsident Christian Wulff übernehmen die Schirmherrschaft. Inhaltlich wird die Ausstellung von einem wissenschaftlichen Beirat unter der Leitung von Prof. Władysław Bartoszewski begleitet. Das Warschauer Königsschloss und das Martin-Gropius-Bau in Berlin erarbeiteten die Konzeption. Die Ausstellung wird vom 23. September 2011 bis zum 9. Januar 2012 im Martin-Gropius-Bau in Berlin gezeigt.





