Der Papst sei „nicht, was er behauptet, nämlich ein apostolischer Mann und Seelenhirt, sondern ein Blutsauger, der seine Autorität für Brände und Morde herhalten lässt, ein Quäler der Kirche und Unterdrücker der Unschuld, der nichts anderes in der Welt tut, als das Fleisch zu mästen und seinen Geldbeutel zu füllen“.
Das ist nicht moderne Kritik aus der Rückschau von Menschen, die sich innerlich längst von der Kirche und dem Papsttum entfernt haben. Arnold von Brescia (gest. 1155), der sie dem Bischof von Rom entgegenschleuderte, war selbst Kleriker. Er litt an seiner Kirche, wie so viele in seiner Zeit. Das Empfinden war verbreitet, dass die Lebensweise der Bischöfe nicht viel mit den Aposteln zu tun hatte, deren Nachfolger sie doch sein sollten und wollten. Ihnen wurde in einer breiten Bewegung die Forderung nach einer vita apostolica, einem wirklich apostolischen Leben, entgegengehalten. Arnold stand mit seinen Klagen und Anklagen bei Weitem nicht allein.





